Kloster Dalheim präsentiert Latein-Ausstellung

Eine neue Sonderausstellung rund um die lateinische Sprache öffnet im Landesmuseum für Klosterkultur im ehemaligen Kloster Dalheim ihre Pforten.
Eine neue Sonderausstellung rund um die lateinische Sprache öffnet im Landesmuseum für Klosterkultur im ehemaligen Kloster Dalheim ihre Pforten.

Latein-Schulbuch „Ludus Latinus“ von einer Schülerin, 1984, Lünen, Sandra Schmidinger-Lelgemann. Foto: Lünen, Sandra Schmidinger-Lelgemann. Foto: LWL/Katharina Kruck

Eine neue Sonderausstellung rund um die lateinische Sprache öffnet im Landesmuseum für Klosterkultur im ehemaligen Kloster Dalheim ihre Pforten. Die Schau „Latein. Tot oder lebendig!?“ ist von Freitag an bis zum 8. Januar zu sehen, wie der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Mittwoch in Münster ankündigte. Sie blickt demnach auf die Geschichte einer vermeintlich toten Sprache und fragt nach ihrer heutigen Relevanz.

Zu sehen sind rund 200 Exponate nationaler und internationaler Leihgeber, wie es hieß. Anhand von elf Biografien – etwa von Cicero, Hildegard von Bingen, Erasmus von Rotterdam oder der Comicfigur Asterix – führt die Ausstellung durch die Geschichte des Latein als bedeutende Sprache von Wissenschaft, Philosophie und Literatur.

Bei Latein dächten viele an das „Klischee einer toten Sprache“ oder einen „Schülerschreck“, erklärte LWL-Kulturdezernentin Barbara Rüschoff-Parzinger. Die „Kirchen- und Gelehrtensprache“ habe jedoch jahrhundertelang die Kultur Europas geprägt. „Als Schriftsprache des Kontinents übermittelte es das geistige Erbe von Jahrhunderten – Latein gehört zur DNS unserer heutigen Kultur und hat eine völkerverbindende Funktion.“ Die Fachwissenschaften kämen nicht ohne Latein aus.

Latein im Supermarkt

In der Schau könnten Besucherinnen und Besucher sich mit der „Muttersprache Europas“ auseinandersetzen, hieß es. Sie gehe auch der Frage nach, wie viel Latein im heutigen Alltag steckt. So werden die Namen moderner Supermarkt-Produkte unter die Lupe genommen. Selbst im weltweiten Netz finden sich laut Museumsdirektor Ingo Grabowsky lateinisch geprägte Begriffe – etwa das Wort „Internet“.

Unter den Ausstellungsstücken sind mittelalterliche Handschriften, darunter die 1.600 Jahre alten Fragmente einer Bibel-Übersetzung des Hieronymus. Ein Schülerheft aus dem Mittelalter beweist, dass sich junge Menschen schon vor 1.000 Jahren mit Latein herumquälten. Die Ausstellung endet mit dem CSU-Politiker Franz Josef Strauß (1915-1988), der Latein sicher beherrschte und einem Bittsteller schon mal in einem komplett auf Latein verfassten Brief antwortete.

Als Vorgeschmack auf die Ausstellung hatte das Museum bereits im November einen Latein-Podcast gestartet. Der Titel lautete „Hocus, locus, iocus“.

kna

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