Weltrisikobericht: Digitalen Katastrophenschutz verbessern

Für eine bessere weltweite Katastrophenvorsorge fordern Hilfswerke mehr Anstrengungen beim Ausbau der globalen digitalen Infrastruktur.
Weltrisikobericht: Digitalen Katastrophenschutz verbessern

Grafik aus dem Weltrisikobericht 2022

Für eine bessere weltweite Katastrophenvorsorge fordern Hilfswerke mehr Anstrengungen beim Ausbau der globalen digitalen Infrastruktur. Diese spiele bei der Katastrophenvorsorge inzwischen eine maßgebliche Rolle, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Weltrisikobericht des Bündnis Entwicklung Hilft. Informations- und Kommunikationstechnologien würden etwa bei digitalen Frühwarnsystemen, der Kommunikation mit Betroffenen nach Katastrophen, der Schadenserfassung sowie der Erfassung globaler Datenbanken zur Risikoanalyse genutzt.

Die Autoren des Berichts fordern dementsprechend Gegenmaßnahmen zum sogenannten Digial Divide, der Trennung von Möglichkeiten der digitalen Teilhabe nach Herkunft- und Wohnort, Geschlchte, Alter oder sozialem Stand. Insbesondere die Ungleichheit zwischen Globalem Norden und Süden müsse hier behoben werden. Dabei seien auch Hilfsorganisationen in der Pflicht, ihre Programme so zu planen, dass sie die Trennung nicht noch unbeabsichtigt förderten.

Auch für die Risikoanalyse habe die Digitalisierung einen großen Vorteil. Durch die Sammlung von Datensätzen ließen sich Naturereignisse und ihre Auswirkungen etwa präziser vorhersagen. Dadurch könnten Strategien von Hilfsorganisationen besser vorbereitet werden.

Ferner stellt der Bericht in diesem Jahr einen aktualisierten Weltrisikoindex vor. Dieser ermögliche erstmals die Berechnung des Katastrophenrisikos für alle von den Vereinten Nationen anerkannten 193 Staaten der Erde. Demnach sind derzeit die Philippinen, Indien und Indonesien die Länder mit dem höchsten Katastrophenrisiko. Am niedrigesten sei es in den drei europäischen Zwergstaaten Monaco, Andorra und San Marino.

Die neue Berechnungsmethode berücksichtige zudem auch stärker regionale Phänomene und nicht änger nur die Katastrophen, die weltweit die meisten Todesopfer forderten oder höchsten finanziellen Schäden verursachten. Dies sei wichtig, da extreme Naturereignisse und ihre Folgen anfallen, unabhängig davon, ob sie eine Relevanz für andere Teile der Welt besitzen oder Kriterien zur Aufnahme in Katastrophendatenbanken erfüllt würden.

Der jährliche Weltrisikobericht wird vom Bündnis Entwicklung Hilft herausgegeben. Dieses bildet sich aus den Hilfswerken Misereor, Brot für die Welt, der Christoffel-Blindenmission, der DAHW Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe, der Kindernothilfe, medico international, Plan International, terre des hommes und der Welthungerhilfe sowie den assoziierten Mitgliedern German Doctors und Oxfam. Wissenschaftlich betreut wird der Bericht durch das Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht der Ruhr-Universität Bochum.

kna