Diakonat der Frau: Organisationen bekräftigen Forderung

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Der Tag der Diakonin am 29. April steht in diesem Jahr unter dem Motto „Lasst die Fülle zu!“. Er soll die Forderung nach einer Öffnung des sakramentalen Diakonats für Frauen in der römisch-katholischen Kirche unterstreichen.
Der Tag der Diakonin am 29. April steht in diesem Jahr unter dem Motto „Lasst die Fülle zu!“. Er soll die Forderung nach einer Öffnung des sakramentalen Diakonats für Frauen in der römisch-katholischen Kirche unterstreichen.

Jutta Mader-Schömer ist Vorsitzende des Netzwerkes Diakonat der Frau.

Papst Franziskus und sein wichtigstes offizielles Beratungsgremium haben sich erst am Dienstag erneut über die Rolle der Frau in der katholischen Kirche ausgetauscht. Während des zweitägigen Treffens des Kardinalsrats sprachen auch eine Ordensfrau und eine Theologieprofessorin, wie der Vatikan am Dienstagabend mitteilte. Bereits zum dritten Mal in Folge widmete sich die Runde diesem Thema. Mehr drang über die Sitzung indes nicht nach außen.

Unterdessen haben vier Organisationen gemeinsam erneut die Öffnung des sakramentalen Diakonats für Frauen in der römisch-katholischen Kirche gefordert: Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB), das Netzwerk Diakonat der Frau und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) wollen mit dem bundesweiten Tag der Diakonin, der am 29. April, dem Festtag der Hl. Katharina von Siena, begangen wird, ein Zeichen setzen. Er steht in diesem Jahr unter dem  Motto „Lasst die Fülle zu!“.

Bischof Bätzing für die Weihe von Diakonissen

Auch viele Bischöfe in Deutschland unterstützen das Anliegen. Allen voran der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing: Er fände es „wunderbar“, wenn er Frauen zu Diakoninnen weihen könnte, sagte Limburger Bischof Ende März in einem Interview. „Ich bin der Meinung, es verfälscht nicht das Wesen der Kirche, wenn Frauen in ihr gleichberechtigt mit Männern Leitung, Verantwortung, Entscheidungen wahrnehmen“.

Auf die Frage, ob er in seiner Amtszeit auch Frauen zu Priesterinnen weihen werde, sagte Bätzing: „Das wage ich nicht zu denken, aber ich würde mich freuen, wenn ich eine Diakonin weihen dürfte. Das wäre ein erster Schritt und den finde ich, könnten wir wirklich zeitnah umsetzen, sodass Frauen sichtbar werden mit dem, was sie ja eh schon tun in der Kirche.“

Bischof Weidemann für Zulassung von Frauen zum Diakonat

Bischof Karl-Heinz Wiesemann, in dessen Bistum Speyer der diesjährige Tag der Diakonin stattfindet erklärte mit Blick auf die Veranstaltung: „Die Synodalversammlung des Synodalen Weges hat sich im März 2023 mit großer Mehrheit für eine Öffnung des sakramentalen Diakonats für Frauen ausgesprochen. Auch ich habe diesem Text mit seinen Voten aus Überzeugung zugestimmt. Und auch die wissenschaftliche Theologie verdeutlicht: Nicht mehr die Zulassung von Frauen zum Diakonat bedarf einer Begründung, sondern ihr Ausschluss.“

Der Tag der Diakonin, der seit 1998 begangen wird, heißt in diesem Jahr „Tag der Diakonin +plus“. Das „+plus“ solle verdeutlichen, dass eine glaubwürdige Kirche diakonisch ist – einladend, teilend, solidarisch. Gerade Frauen stünden durch ihr vielfältiges Engagement für diese diakonische Kirche. Die Organisationen verlangen daher, allen Menschen, unabhängig ihres Geschlechts, den Zugang zu allen Diensten und Ämtern zu öffnen. „Wir fordern, endlich die von Gott geschenkte Fülle an Begabungen und Berufungen und somit die Vielfalt in der Kirche anzuerkennen!“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. „Es ist längst Zeit, nicht noch weitere Jahrzehnte auf die sakramentale Weihe für alle zu warten“, sagt Jutta Mader-Schömer, Vorsitzende des Netzwerkes Diakonat der Frau.. 

Der „Tag der Diakonin +plus“ am 29. April beginnt mit einem zentralen Gottesdienst im Dom zu Speyer um 16 Uhr. Außerdem sind Gemeinden und Gruppen aufgerufen, Gottesdienste aus diesem Anlass zu feiern.