Ordensfrau: Diakoninnen-Amt wäre Anerkennung für Frauen

Ein Diakoninnen-Amt kann nach Ansicht einer brasilianischen Ordensfrau eine Art der geforderten Anerkennung von Frauen sein. Es gebe aber etliche andere Formen, sagte Schwester Mary Agnes Njeri Mwangi, die für die Internationale Vereinigung von Ordensoberinnen (UISG) an der Amazonas-Synode im Vatikan teilnimmt, am Freitag vor Journalisten in Rom. Der Einsatz von Frauen in der Kirche wie in der Gesellschaft Amazoniens sowie deren Anerkennung sei „ein ganzes wichtiges Thema“ bei der Synode, betonte sie.

(Foto: pixabay)

Ein Stimmrecht für Frauen bei künftigen Bischofssynoden sei „das Mindeste“, so die Ordensfrau. Der Einfluss von Frauen auf diese Synode sei aber auch unabhängig davon sehr stark. Egal ob die katholische Kirche neue Ämter und Dienste für Frauen schaffe, seien und blieben Frauen überall präsent, sagte Schwester Mary Agnes.

Auf die Frage, ob die Einführung sogenannter Viri probati – also älterer, bewährter Männer, die zu Priestern geweiht werden – Frauen im kirchlichen Bereich verdängen könnten, antwortete die Theologin ausweichend. Frauen hätten ein Gespür dafür, ob Leben gefährdet sei, sich verändere; ob in der Natur, in der Familie oder der Kirche. In dieser Hinsicht könne sie niemand ersetzen.

Bereits jetzt übernehmen nach Aussage der Ordensschwester Frauen in der Kirche Amazoniens viele Aufgaben: Sie koordinieren Seelsorgeeinsätze, leiten Wortgottesdienste und Andachten, halten Taufkatechese, geben Lebensberatung, sind als Familienhelferin tätig und bei Beerdigungen zugegen. Eine weibliche Form des Diakonenamtes wäre eine Form der Anerkennung dieser Arbeit. Zudem würde es die Autorität der Frauen stärken, so die aus Kenia stammende Schwester, die seit fast 20 Jahren im nordbrasilianischen Bundesstaat Roraima arbeitet.

Im Mittelpunkt des noch bis 27. Oktober dauernden Bischofstreffens stehen pastorale Herausforderungen der katholischen Kirche in der Amazonasregion. Dazu zählt die mangelnde Präsenz kirchlicher Funktionsträger, vor allem von Priestern und Diakonen, in entlegenen Gebieten. Zudem geht es um soziale und ökologische Fragen.

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