Marx: „Es muss eine breite Umkehr geben“

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat an der Amazonas-Synode im Vatikan teilgenommen. Im Bilanz-Interview äußert er sich zum Vorrang der Armen, zu einer Allianz für das Klima, Frauen in der Kirche und zur Bedeutung des Bischofstreffens für Deutschland.

Kardinal Marx (Foto: Schnaubelt)

Herr Kardinal, was war für Sie die wichtigste Erkenntnis dieser Amazonas-Synode?

Kardinal Reinhard Marx: Wichtig war für mich die radikale Orientierung an den Lebenswelten der Menschen. Das ist eigentlich eine pastorale Selbstverständlichkeit, aber vielleicht müssen wir sie uns neu in Erinnerung rufen. Ausgangspunkt ist nicht, was wir den Menschen bringen wollen, sondern, wie Jesus sagt: "Was willst du, was ich für dich tue?" Ausgangspunkt ist das Leben der Menschen, ihre Fragen und Nöte, Hoffnungen und Ängste. Am Amazonas heißt das: Ausgangspunkt sind der Schrei der Erde und der Schrei der Armen und Unterdrückten. Das Erste ist immer die Zukunft der Menschheit. Und das wird beim Amazonas und bei der globalen Herausforderung des Klimawandels sehr deutlich. Also: Uns geht es nicht zuerst um die Kirche, sondern um die Menschen und ihre Hoffnungen. Das finde ich einen wichtigen Ertrag.

Was kann denn die Kirche über Appelle hinaus tun, um zur Rettung des Planeten beizutragen?

Marx: Es geschieht ja schon einiges, wenn ich an unsere Hilfswerke denke. Und wir haben in den letzten Monaten gesehen, Politik kommt in Bewegung, durch das, was öffentlich gesagt wird. Professor Hans Joachim Schellnhuber hat das bei der Synode auf den Punkt gebracht. Er sprach von einer neuen Allianz aus religiösen Führern, Wissenschaftlern und der Jugend. Diese drei Gruppen sind keine politischen Akteure, aber sie wirken auf die Politik. Denken Sie an "Laudato si", und was der Papst damit bis heute in Bewegung gesetzt hat. Wir wollen keine Politik machen, aber wir stehen an der Seite derer, die sich Sorgen machen um die Zukunft der Welt. Die Linie von "Laudato si" ist hier absolut bestärkt worden.

Aber reicht das angesichts der globalen ökologischen Krise?

Marx: Nein, es muss eine breite Umkehr geben, nicht nur persönlich. Es geht um eine Veränderung unseres Wirtschaftssystems und um eine neue globale Solidarität. Insbesondere die reichen Länder sind gefordert, die in den letzten zwei Jahrhunderten die Ressourcen ge- und verbraucht haben. Für eine solche Umkehr ist die Stimme der Kirche wichtig, auch um zu sagen, es ist jetzt Zeit, wir können nicht noch 50 Jahre warten. Später ist zu spät! Die Dringlichkeit ist deutlich, besonderes im Blick auf das Amazonas-Gebiet, das wesentlich ist für das Klima der Welt. Diese Synode hat gezeigt: Das Klimathema ist nicht nur etwas für sozial engagierte Gruppen, es ist in der Mitte der Kirche angekommen, bei den Kardinälen und Bischöfen weltweit.

Bei dieser Synode wurde ein Stimmrecht für Frauen gefordert. Wie sehen Sie das?

Marx: Der Papst spricht immer wieder von einer "synodalen Kirche", den Begriff hat er neu geprägt. Damit meint er mehr als die kirchenrechtlich definierte Institution der Bischofssynode, sondern generell die Kirche, die gemeinsam unterwegs ist. Auch deshalb

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Herr Kardinal, was war für Sie die wichtigste Erkenntnis dieser Amazonas-Synode?

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Was kann denn die Kirche über Appelle hinaus tun, um zur Rettung des Planeten beizutragen?

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Bei dieser Synode wurde ein Stimmrecht für Frauen gefordert. Wie sehen Sie das?

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Ein wichtiges Thema bei der Synode war die mögliche Priesterweihe verheirateter Männer, um den Priestermangel zu beheben. Wie haben Sie das wahrgenommen?

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Wurden Sie bei der Synode in Rom auch auf den Synodalen Weg in Deutschland angesprochen?

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