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Corona: Jesuitenpater und Kirchengeschichtler Hans Grotz gestorben

Der Jesuitenpater Hans Grotz, von 1975 bis 1994 Professor für mittelalterliche Kirchengeschichte an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, ist tot. Das teilte die Deutsche Provinz der Jesuiten am Freitag in München mit. Der Ordensmann starb im Alter von 97 Jahren in einem Altenheim in Unterhaching bei München. Bei ihm sei vor kurzem eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden.

Der 1923 in Schwabegg (jetzt Schwabmünchen) in Bayerisch-Schwaben geborene Grotz wurde nach dem Abitur 1942 zu den Gebirgsjägern eingezogen und war in Russland und Italien im Kriegseinsatz. Er erlitt Verwundungen und geriet in Kriegsgefangenschaft. Zwei Brüder fielen in Russland, eine Schwester starb bei der Pflege von KZ-Häftlingen. Tief geprägt von diesen Erlebnissen trat er 1946 in das Noviziat der Gesellschaft Jesu ein. Nach seinen Studien in Pullach und Innsbruck wurde er 1956 in München zum Priester geweiht.

Es folgte ein Aufbaustudium in Kirchengeschichte an der Gregoriana in Rom, das er mit einer Promotion über Ostkirchenkunde 1964 abschloss. Von 1961 bis 1967 war Grotz Studienpräfekt in Innsbruck, wurde dort 1967 habilitiert und war dann als Dozent für Patrologie und alte Kirchengeschichte tätig. Von 1973 bis 1975 arbeitete der Jesuit als Krankenseelsorger und Vizedirektor im Missionsärztlichen Institut in Würzburg, bis der Ruf als Professor an die Gregoriana kam. Nach seiner Emeritierung wirkte Grotz unter anderem als Krankenseelsorger in München, bis er 2013 aus gesundheitlichen Gründen in die Seniorengemeinschaft der Jesuiten nach Unterhaching umzog.

kna
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