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Kirchen begrüßen geplante Aufhebung des Gottesdienst-Verbots

Die beiden großen Kirchen haben die beabsichtigte Aufhebung des Verbots religiöser Zusammenkünfte begrüßt. „Wir sind froh, dass sich heute Vertreter von Bund und Ländern, der Kirchen und Religionsgemeinschaften in großer Einmütigkeit darauf verständigt haben, dass man im Laufe der nächsten Woche konkrete Wege für eine schrittweise Lockerung der Beschränkungen religiöser Zusammenkünfte und damit auch von Gottesdiensten prüfen will“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, am Freitag. Er äußerte sich nach einem Treffen von Vertretern von Religionsgemeinschaften im Bundesinnenministerium.

Bischof Dr. Georg Bätzing (Foto: Bistum Limburg)

Bätzing erklärte weiter, die Religionsgemeinschaften würden nun kurzfristig Vorschläge unterbreiten, die von der staatlichen Seite auf ihre Vereinbarkeit mit den Erfordernissen des Gesundheits- und Infektionsschutzes geprüft werdensollen. Ziel solle es sein, religiöse Veranstaltungen nach Maßgabe der Anforderungen des Infektionsschutzes schrittweise möglichst bald nach dem 30. April wieder zuzulassen. Die Einzelheiten müssten dann auf Länderebene erläutert werden. Am 30. April ist die nächste Schaltkonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten vorgesehen. Für die katholische Kirche hatte der Leiter des Katholischen Büros, Karl Jüsten, an den Gesprächen im Bundesinnenministerium teilgenommen. Im Anschluss betonte er, dass die katholische Kirche mit der Erarbeitung derartiger Konzepte schon sehr weit sei.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, erklärte, er begrüße sehr, dass „nunmehr einmütig verantwortbare Wege vereinbart wurden, das Feiern von Gottesdiensten stufenweise wieder zu ermöglichen“. Der gefundene Konsens, dass Gottesdienste unter Einhaltung hygienischer Regelungen und Mindestabstände möglichst bald nach dem 30. April erlaubt sein sollen, sei Ausdruck eines besonnenen Umgangs mit dem Grundrecht auf freie Religionsausübung. Ein weiteres zentrales Anliegen der Kirchen in dem Gespräch sei die Gewährleistung der Seelsorge an Kranken und Sterbenden gewesen. Auch hier habe Einigkeit bestanden, dass die Kirchen bei der Wahrnehmung dieser Aufgabe unter bestimmten Auflagen stärker unterstützt würden. Die Seelsorgesituation in den Altenheimen und Pflegestationen könne so deutlich verbessert werden. Für die EKD hatte an dem Gespräch der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche, Prälat Martin Dutzmann, teilgenommen.

Lobende Worte für das Verständnis der Religionsgemeinschaften

Der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Markus Kerber, fand lobende Worte für das Verständnis der Religionsgemeinschaften: „Ich bewundere, mit welch großem Engagement sich Christen, Juden und Muslime der Corona-Pandemie entgegenstellen“, sagte er. Gleichzeitig sei er dankbar dafür, wie verständnisvoll die Kirchen, die Vertreter der jüdischen Gemeinschaft und Repräsentanten der Muslime in Deutschland auf die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus reagiert haben. Nun seien gemeinsame Wege nötig, um „Schritt für Schritt wieder gemeinsame Gottesdienste ermöglichen können, ohne die Infektionsgefahren zu erhöhen“.

kna
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