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EU-Bischöfe fordern europäische Solidarität in der Corona-Krise

Die EU-Bischofskommission COMECE hat vor einer Abkehr von europäischen Werte in Zeiten der Corona-Pandemie gewarnt. Die EU scheine gelähmt, die Mitgliedsstaaten folgten nationalen Interessen, kritisiert COMECE-Präsident Kardinal Jean-Claude Hollerich in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „La Civilta Cattolica“. Fehlende Solidarität während der Krise könne die EU „tödlich verwunden“.

Obwohl Patienten aus Italien und Frankreich in Deutschland und Luxemburg behandelt werden, leidet laut Hollerich die europäische Solidarität. Er fürchte, dass dadurch viele vom europäischen Projekt enttäuscht würden. „Europa kann nicht ohne eine Idee von Europa, ohne Ideale aufgebaut werden“, so der Kardinal. Besonders die Bilder des überfüllten Flüchtlingslagers auf Lesbos und Tausender Schiffbrüchiger im Mittelmeer hätten dem europäischen Ideal zuletzt „tiefe Wunden zugefügt“.

Hollerich forderte die EU auf, Pläne für die Zeit nach der Corona-Krise zu erarbeiten und dabei auch die ärmeren EU-Staaten zu berücksichtigen. „Dies wird die letzte Chance sein, die dem europäischen Projekt gegeben wird, und ich hoffe von ganzem Herzen, dass die Länder des Nordens ein Solidaritätsprojekt mit denen Südeuropas umsetzen werden – nicht mit Erpressung, sondern mit allen erdenklichen Anstrengungen“, so der COMECE-Präsident.

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