Kardinal Marx: Vigano-Brief zu Corona „spaltet und macht Angst“

Der umstrittene Corona-Aufruf des italienischen Erzbischofs Carlo Maria Vigano hat den Münchner ardinal Reinhard Marx nach eigenen Worten fassungslos gemacht. „Er spaltet und macht Angst. Ich sehe keine Veranlassung zu glauben, dass morgen die Diktatur in unserem Land ausbricht oder die Religion bekämpft wird“, sagte der frühere Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz dem „Spiegel“ (Samstag).

Kardinal Marx (Foto: Schnaubelt)

Marx fügte hinzu, er wisse nicht, aus welcher Kompetenz heraus die Kirche darüber debattieren sollte, was bei einer Pandemie sinnvoll sei und was nicht. „Ich halte mich an das, was die Politik nach intensiver Beratung vorgibt. Und die Verantwortlichen waren durchaus offen für unsere Anliegen“, so der Münchner Erzbischof.

Kritiker: Verbreitung von Verschwörungsmythen

In dem Schreiben Viganos heißt es, die Corona-Pandemie solle als Vorwand genutzt werden, um eine Weltregierung zu schaffen, „die sich jeder Kontrolle entzieht“. Grundfreiheiten würden unverhältnismäßig und ungerechtfertigt eingeschränkt. Zu den Unterzeichnern zählt der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller. Inzwischen sollen sich rund 40.000 Menschen dem Schreiben angeschlossen haben.

Von vielen Seiten wurde den Unterzeichnern vorgeworfen, sich an der Verbreitung von Verschwörungsmythen zu beteiligen. Zahlreiche deutsche Bischöfe hatten die Aktion mitunter scharf kritisiert.

kna
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