Harte Kritik an Wiederaufnahme von Hinrichtungen in den USA

Gegner der Todesstrafe in den USA haben die angekündigte Wiederaufnahme von Vollstreckungen nach Bundesrecht ab Juli scharf kritisiert. Es sei enttäuschend zu sehen, dass die US-Regierung große Anstrengungen unternehme, die Hinrichtungen inmitten einer Pandemie wieder in Gang zu bringen.

USA

(Foto: Pixabay)

Das Vorgehen verstoße „eindeutig gegen die katholische Lehre“ und missachte „die heilige Würde des menschlichen Lebens“, erklärte die Geschäftsführerin vom „Catholic Mobilizing Network“, Krisanne Vaillancourt, am Dienstag (Ortszeit).

Gerichtsentscheidungen stehen aus

US-Justizminister William Barr – selbst ein Katholik – hatte die Termine für drei Hinrichtungen in einem Zeitraum von nur fünf Tagen festgesetzt. Eine weitere Vollstreckung ist für Ende August angesetzt. Angesichts eines noch nicht entschiedenen Antrags auf einstweilige Verfügung vor dem Obersten Verfassungsgericht sei der Zeitpunkt der Hinrichtungstermine „außerordentlich verdächtig“, so der Exekutivdirektor des „Death Penalty Information Center“, Robert Dunham. Eine Regierung, die Rechtsstaatlichkeit und die Unabhängigkeit der Justiz achte, vollstrecke keine Todesurteile, solange noch Gerichtsentscheidungen ausstünden.

Am Dienstag hatte das US-Verfassungsgericht einem texanischen Häftling eine Stunde vor seiner Hinrichtung Aufschub gewährt. Die Anwälte des Todeskandidaten hatten argumentiert, die Gefängnisleitung habe ihrem Mandanten die Begleitung eines Seelsorgers in der Todeskammer verweigert.

kna
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