USA: Bischöfe rufen auf zu „Heilung und Hoffnung“

Der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz (USCCB), Erzbischof Jose Gomez, hat die Kirche am ersten Tag der virtuellen Herbsttagung zur „Heilung“ und „Hoffnung“ aufgerufen. So steht es auch im strategischen Plan, den die Bischöfe als Blaupause für ihre künftig Arbeit am Montag angenommen haben.
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(Foto: pixabay)

Der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz (USCCB), Erzbischof Jose Gomez, hat die Kirche am ersten Tag der virtuellen Herbsttagung zur „Heilung“ und „Hoffnung“ aufgerufen. So steht es auch im strategischen Plan, den die Bischöfe als Blaupause für ihre künftig Arbeit am Montag angenommen haben. Entsprechend standen neben der Bekanntgabe der Ergebnisse der Briefwahlen für sieben offene Komitee-Posten die Pandemie und der Umgang mit der sexuellen Missbrauchskrise im Zentrum der Diskussionen.

Der Erzbischof von Los Angeles charakterisierte die Pandemie als „Lebensthema“ und forderte die Gläubigen auf, „die Liebe Christi für jede Person, die Macht des Kreuzes und das Versprechen der Wiederauferstehung zu verkündigen“. Die Pandemie verlange ein „heroisches Christentum“, wie es der Papst der Kirche aufgetragen habe. „In dieser Zeit des Sterbens, ist es unsere Aufgabe, über das Leben zu sprechen.“

Vergleichsweise kurz fiel in der aufgezeichneten Eröffnungsrede die Auseinandersetzung des USCCB-Vorsitzenden, mit dem vergangene Woche veröffentlichen Bericht des Vatikan über den Aufstieg Theodore McCarricks zum Kardinal und Gesicht der US-Kirche aus. Er bete für die Opfer, „Heilung und Hoffnung“ zu finden. Gomez appellierte an die Bischöfe, „Kinder und verletzliche Erwachsene zu schützen und den Fluch des Missbrauchs von unserer Kirche zu verbannen“.

Der päpstliche Nuntius Christophe Pierre, forderte die US-Kirche auf, sich der „Herausforderung der Heilung der Welt“ zu stellen. Jesus stünde in diesen bewegten Zeiten „im Zentrum des Sturms“. Wer ihm begegne, könne nicht zur „Normalität“ zurückkehren. Die Kirche leide unter denselben Problemen, denselben Krankheiten wie der Rest der Gesellschaft. „Unsere Mission besteht darin, die Welt auszusöhnen.“

Der designierte Kardinal und Erzbischof von Washington, Erzbischof Winston Gregory, appellierte an die Bischöfe, angesichts der sexuellen Missbrauchskrise der Kirche, daran zu arbeiten, „die Infragestellung unserer Integrität zu überwinden“. Dies setze „Transparenz, Reue und Verpflichtung, Gebet und Versöhnung, Echtheit und Bescheidenheit voraus“.

Der McCarrick-Bericht habe „die dunkelsten Ecken unserer Kirche zum Vorschein gebracht, über die ich mich zutiefst schäme und über die ich tief verärgert bin“. Ähnlich deutlich äußerte sich Weihbischof Robert Barron aus Los Angeles, der eine aufsteigende Persönlichkeit in der US-Kirche ist. Der Report aus Rom lege die „tragische Inkompetenz“ offen, die von einer klerikalen Struktur angetrieben worden sei, „die mit sich selber befasst ist und das Ihre schützt“.

Die Ergebnisse der Komitee-Wahlen bestätigten die im Kern konservative Ausrichtung der USCCB, brachten aber einige Veränderungen auf wichtigen Positionen. Neuer Generalsekretär der Bischöfe wird Monsignore Jeffrey Burrill, ein Konservativer, der persönlich als zugänglich gilt. Bei den Wahlen für das Komitee für Religionsfreiheit, Erziehung und Lebensfragen, wählte USCCB mit dem New Yorker Kardinal Timothy Dolan, Bischof Thomas Daly und dem Erzbischof von Baltimore William Lori Traditionalisten an die Spitze.

Das virtuelle Treffen ist auf zwei Nachmittagssitzungen am Montag und Dienstag begrenzt.

kna
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