Kardinal Tobin: Wahl von Biden kein Problem für Katholiken

US-Kardinal Joseph Tobin aus Newark hat seine Aussagen zu Präsidentschaftskandidat Joe Biden präzisiert. Seine positiven Äußerungen wolle er nicht als ausdrückliche Wahlempfehlung verstanden wissen, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme seines Bistums. Er habe vor allem an die staatsbürgerliche Verantwortung zum Wählen erinnern wollen.

Joe Biden (Foto: © Palinchak | Dreamstime.com)

Der 2017 von Papst Franziskus zum Kardinal ernannte Tobin, der auch dem Vatikan-Wirtschaftsrat angehört, hatte am Dienstag in einer Online-Podiumsdiskussion gesagt, er sehe für Katholiken kein Problem, „mit gutem Gewissen für Herrn Biden zu stimmen“. Keine der politischen Parteien vertrete die katholische Lehre vollständig. Ihm selbst falle es moralisch schwer, jemanden wie Donald Trump zu wählen.

Tobins Äußerung steht im Kontrast zur Haltung vieler konservativer Bischöfe, die versuchen, das Thema Abtreibung zu einem Ausschlusskriterium zu machen. Katholik Biden ist nach eigener Aussage persönlich gegen Abtreibungen, unterstützt aber den straffreien Zugang von Frauen zu legalen Schwangerschaftsabbrüchen.

Anfang des Monats hatte Joseph Strickland, Bischof der US-Diözese Tyler in Texas, das Video eines Priesters begrüßt, der Katholiken warnte, für Joe Biden und die Demokraten zu stimmen: „Man kann nicht katholisch und ein Demokrat sein“, hatte der Priester in dem Video gesagt und das Wahlprogramm der Demokraten als „sündhaft“ bezeichnet.

Die Kirche habe die Pflicht, „unmoralische Politik zu verurteilen“. Jene, die Abtreibungen billigten, seien „verdammt“; ihnen sei „der Eintritt in den Himmel verwehrt“. In den USA dürfen Kleriker aufgrund des Sonderstatus von Kirchen als gemeinnützige Organisationen keine expliziten Wahlempfehlungen abgeben.

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