Caritas verzichtet auf neue Abstimmung zum Pflege-Flächentarif

Trotz massiver öffentlicher Kritik hat die Arbeitsrechtliche Kommission der Caritas nicht noch einmal über den Flächentarif in der Altenpflege abgestimmt.
Trotz massiver öffentlicher Kritik hat die Arbeitsrechtliche Kommission der Caritas nicht noch einmal über den Flächentarif in der Altenpflege abgestimmt.

Caritas-Präsident Dr. Peter Neher. (Foto: obs/Deutscher Caritasverband e.V.)

Trotz massiver öffentlicher Kritik hat die Arbeitsrechtliche Kommission der Caritas nicht noch einmal über den Flächentarif in der Altenpflege abgestimmt. Der Sprecher der Mitarbeiterseite, Rolf Cleophas, sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), dass die Mitarbeitervertreter in die Sitzung der Kommission am Donnerstag keinen entsprechenden Antrag eingebracht hätten.

Dienstgeber der Caritas signalisieren Ablehnung

„Schon im Vorfeld hatte die Dienstgeberseite signalisiert, einen gleich lautenden oder modifizierten Antrag ablehnen zu wollen“, so Cleophas. Daher habe die Mitarbeiterseite darauf verzichtet, eine erneute Abstimmung zu beantragen. Am Mittwoch hatte die Mitarbeiterseite angekündigt, noch einmal über eine Einbringung des Antrags zu beraten.

Ende Februar hatte die Arbeitsrechtliche Kommission der Caritas ihre Zustimmung zu einem bundesweiten Tarifvertrag in der Altenpflege verweigert. Die Arbeitsrechtliche Kommission aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern stimmte einem Antrag auf flächendeckende Einführung des von dem relativ kleinen Pflege-Arbeitgeberverband BVAP und der Gewerkschaft Verdi ausgehandelten Tarifvertrags nicht zu. Während die Arbeitgeberseite die Entscheidung rechtfertigte, bedauerte die Mitarbeiterseite sie.

Folgen für die gesamte Branche

Damit kann Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) den Vertrag nicht wie geplant auf die gesamte Branche ausdehnen. Nötig wäre dafür die Zustimmung der beiden Kommissionen der kirchlichen Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie gewesen. Die Diakonie sagte ihre Abstimmung nach dem Nein der Caritas ab. Die Entscheidung der Caritas hat innerhalb und außerhalb des Verbandes zu erheblichen Protesten geführt.

kna
Werbung