Expertin sieht Chancen für Kirche bei TikTok

Die Religionspädagogin und Social-Media-Expertin Maike Schöfer sieht ein großes Potenzial für kirchliche Jugendarbeit auf der Videoplattform TikTok.
Die Religionspädagogin und Social-Media-Expertin Maike Schöfer sieht ein großes Potenzial für kirchliche Jugendarbeit auf der Videoplattform TikTok. "Bei TikTok findet derzeit keine digitale Kirche statt", sagte Schöfer am Dienstag bei einer Online-Veranstaltung der Evangelischen Kirche im Rheinland. Es böten sich Chancen für kirchliche Akteure, auf dem Sozialen Netzwerk Inhalte für Jugendliche zu platzieren.

–Symbolfoto:Markus Winkler/Pixabay

Die Religionspädagogin und Social-Media-Expertin Maike Schöfer sieht ein großes Potenzial für kirchliche Jugendarbeit auf der Videoplattform TikTok. „Bei TikTok findet derzeit keine digitale Kirche statt“, sagte Schöfer am Dienstag bei einer Online-Veranstaltung der Evangelischen Kirche im Rheinland. Es böten sich Chancen für kirchliche Akteure, auf dem Sozialen Netzwerk Inhalte für Jugendliche zu platzieren.

Die Vikarin in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) beklagte eine große Lücke der Kirchen in dieser boomenden „Welt der Jugendlichen“, denn viele junge Menschen seien auf TikTok zu finden. Lediglich wenige evangelikale Accounts aus den USA seien dort erfolgreich unterwegs.

Gleichwohl verwies die 31-Jährige auf Probleme bei der Nutzung von TikTok. Der Algorithmus sei nicht neutral und unterdrücke teils die Videoverbreitung von Minderheiten. Auch der Jugend- und Datenschutz müsse von den Akteuren genau betrachtet werden. „Die Smartphone-App ist zwar kostenlos, aber sie beinhaltet eine Kostenfalle, in dem Nutzer TikTokern durch einen Button ‚Geschenke‘ machen können, die Kosten landen dann auf der Handyrechnung“, erklärte Schöfer, die auf TikTok und Instagram als @ja.und.amen unterwegs ist.

Die angehende Pfarrerin regte jedoch dazu an, die App medienpädagogisch in der kirchlichen Jugendarbeit einzusetzen, um eine „Begleitung der Kirche in TikTok“ zu ermöglichen. Sie betonte zudem, dass in der App nicht nur spaßige Inhalte zu finden seien. Auch politische Themen spielten eine Rolle, so sei der meistverwendete Hashtag der App im vergangenen Jahr #BlackLivesMatter zur Unterstützung der Antirassismus-Proteste in den USA gewesen.

TikTok gehört zu den weltweit am schnellsten wachsenden Sozialen Medien und ist besonders bei jüngeren Leuten beliebt. Auf der Plattform können Kurzclips von bis zu 60 Sekunden Länge hochgeladen werden – meistens Musikvideos. Die App gehört zum chinesischen Unternehmen Bytedance. Aufgrund von Bedenken hinsichtlich Daten- und Jugendschutz sowie Spionage und Zensur zugunsten der chinesischen Regierung wird international immer wieder Kritik an TikTok laut.

kna
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