Beck: Missbrauchsbetroffene sollen selbst Beiräte bilden

Opfer von sexuellem Missbrauch in der Kirche sollen sich nach Ansicht einer Betroffenen möglichst selbst in den Räten für die Bistümer organisieren.
Köln – Opfer von sexuellem Missbrauch in der Kirche sollen sich nach Ansicht einer Betroffenen möglichst selbst in den Räten für die Bistümer organisieren. Die Entscheidung über die Anzahl und die Auswahl der Vertreter in einem solchen Gremium sollte ihnen selbst überlassen sein, sagte die Sprecherin des Betroffenenbeirats der Deutschen Bischofskonferenz, Johanna Beck, am Mittwochabend in der Kölner Karl Rahner Akademie. Allerdings bedürfe es bei der Gründung solcher Gremien der logistischen Unterstützung durch die Diözesen. Positives Beispiel sei das Vorgehen des Bistums Essen.

Der Dom von Essen. –Foto: Nicole Cronauge | Bistum Essen

Opfer von sexuellem Missbrauch in der Kirche sollen sich nach Ansicht einer Betroffenen möglichst selbst in den Räten für die Bistümer organisieren. Die Entscheidung über die Anzahl und die Auswahl der Vertreter in einem solchen Gremium sollte ihnen selbst überlassen sein, sagte die Sprecherin des Betroffenenbeirats der Deutschen Bischofskonferenz, Johanna Beck, am Mittwochabend in der Kölner Karl Rahner Akademie. Allerdings bedürfe es bei der Gründung solcher Gremien der logistischen Unterstützung durch die Diözesen. Positives Beispiel sei das Vorgehen des Bistums Essen.

Das Ruhrbistum will bis Mitte November einen Rat von Betroffenen sexualisierter Gewalt gründen. In einem ersten Schritt trafen sich auf Einladung der Diözese 40 Frauen und Männer zu einer Info-Veranstaltung mit Bischof Franz-Josef Overbeck und Generalvikar Klaus Pfeffer. Bis Ende Juli können Betroffene ihre Bereitschaft zur Mitarbeit in dem Rat erklären. Wie viele Mitglieder der Beirat haben wird und wie er sich zusammensetzt, würden interessierte Betroffene bei einem weiteren Treffen gemeinsam beraten und festlegen.

Kölner Generalvikar Markus Hofmann räumt Fehler im Umgang mit Betroffenenbeirat ein

Der Kölner Generalvikar Markus Hofmann räumte auf dem Podium Fehler im Umgang mit dem Betroffenbeirat des Erzbistums Köln ein. Zugleich betonte er, dass dies nicht aus bösem Willen geschehen sei. „Wir haben natürlich im Laufe der Zeit noch dazugelernt.“ Es sei nicht die Absicht gewesen, den Rat zu instrumentalisieren. Das Nein zur Veröffentlichung des ersten Missbrauchsgutachtens hätte nicht in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Erzbistum und Betroffenbeirat mitgeteilt werden dürfen.

Die Betroffenen Patrick Bauer und Karl Haucke waren im Herbst vergangenen Jahres als Sprecher des Gremiums mit der Begründung zurückgetreten, der Rat habe der Nichtveröffentlichung nur unter Druck zugestimmt. Neben den beiden traten weitere Mitglieder aus dem Beirat aus. „Ich fühlte mich damals instrumentalisiert und benutzt“, sagte Bauer. Mittlerweile ist ein zweites Gutachten veröffentlicht, das hohen Amtsträgern des Erzbistums mindestens 75 Pflichtverletzungen im Umgang mit Missbrauchsfällen nachweist.

kna
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