UN-Prognose: Neues Hitze-Rekordjahr bis 2026 wahrscheinlich

Wetterexperten rechnen mit einem neuen Hitze-Rekordjahr bis 2026 und einem weiteren Anstieg der Durchschnittstemperatur über diesen Zeitraum.
Genf – Wetterexperten rechnen mit einem neuen Hitze-Rekordjahr bis 2026 und einem weiteren Anstieg der Durchschnittstemperatur über diesen Zeitraum. Die Wahrscheinlichkeit dafür liege bei jeweils 93 Prozent, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf.

–Symbolfoto:Bruno /Germany/Pixabay

Wetterexperten rechnen mit einem neuen Hitze-Rekordjahr bis 2026 und einem weiteren Anstieg der Durchschnittstemperatur über diesen Zeitraum. Die Wahrscheinlichkeit dafür liege bei jeweils 93 Prozent, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf.

Risiko ist gestiegen

Auch das Risiko, dass die globale Erwärmung die Marke von 1,5 Grad zumindest in einem der nächsten fünf Jahre erreicht, ist gestiegen und wird von den Wissenschaftlern mit nahezu 50 Prozent angegeben. Das bislang wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war 2016.

Das Pariser Klimaabkommen von 2015 legt als Ziel fest, den globalen Temperaturanstieg möglichst auf 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellenvorindustriellen Ära zu begrenzen. In den Jahren 2017 bis 2021 lag die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Wert überschritten wird, noch bei 10 Prozent. WMO-Generalsekretär Petteri Taalas warnte, die Schwelle von 1,5 Grad sei nicht zufällig. Sie markiere „den Punkt, an dem Klimafolgen zunehmend schädlich für Menschen und für den ganzen Planeten werden“.

Taalas wiederholte die Warnungen vor einem fortgesetzten Treibhausgas-Ausstoßes und den daraus resultierenden wärmeren und saureren Weltmeeren, einer Schmelze von Meereis und Gletschern, steigenden Meeresspiegeln und extremeren Wetterlagen. Die arktische Erwärmung sei unverhältnismäßig hoch. „Was in der Arktis passiert, betrifft uns alle“, so der Chef der UN-Organisation.

Prognose: Trockenere Bedingungen im Amazonasgebiet

Leon Hermanson, Leiter der aktuellen Analyse beim britischen Wetterdienst Met, betonte, eine Überschreitung der 1,5-Grad-Marke in einem einzigen Jahr bedeute noch nicht den Bruch der Schwelle des Paris-Abkommens. Aber sie zeige, „dass wir näher an eine Situation rücken, in der 1,5 Grad über einen längeren Zeitraum überschritten werden könnten“. 2021 lag die globale Erwärmung laut einer vorläufigen WMO-Berechnung bei 1,1 Grad.

Für die Jahre 2022 bis 2026 rechnen die Forscher mit Jahresdurchschnittstemperaturen 1,1 bis 1,7 Grad über dem vorindustriellen Level – das ist der Mittelwert von 1850 bis 1900. Die Temperaturabweichung in der Arktis wird den Berechnungen zufolge mehr als dreimal so hoch ausfallen wie die globalen Veränderungen, verglichen mit dem Durchschnitt von 1991 bis 2020.

Weiter sagen die Prognosen bis 2026 eine größere Niederschlagswahrscheinlichkeit in der Sahelzone, Nordeuropa, Alaska und Nordsibirien voraus, dafür trockenere Bedingungen im Amazonasgebiet. In den Wintermonaten dieses Zeitraums dürften Regenfälle in den Tropen zunehmen und in den Subtropen abnehmen.

kna

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