Emeritierter Papst Benedikt äußert sich zum Zweiten Vatikanischen Konzil

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Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat sich nach langer Zeit wieder öffentlich geäußert.
Vatikanstadt – Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat sich nach langer Zeit wieder öffentlich geäußert. Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 - 1965), sei zunächst mit dem Risiko behaftet gewesen sei, „die Kirche zu verunsichern und zu erschüttern, anstatt ihr eine neue Klarheit für ihre Sendung zu geben“. Doch mit der Notwendigkeit, die Frage nach Wesen und Auftrag der Kirche neu zu formulieren, entfalte sich nun langsam die positive Kraft des Konzils, so Benedikt in einem Brief aus Anlass der Jahreskonferenz der Vatikanischen Stiftung Joseph Ratzinger/Benedikt XV. Der 95-Jährige richtet das Schreiben an den Präsidenten der ausrichtenden "Franciscan University of Steubenville" in Ohio. Die Uni veröffentlichte das Schreiben auf ihrer Website. Zuletzt hatte sich der emeritierte Papst Anfang des Jahres persönlich zu Wort gemeldet, als er Vertuschungsvorwürfe in Missbrauchsfällen in der Erzdiözese München-Freising zurückwies. Das aktuelle Schreiben, datiert auf den 7. Oktober. Den von ihm unterschriebenen Brief verlas der Stiftungsleiter und ehemalige Vatikansprecher Federico Lombardi Universitätsangaben zufolge zur Eröffnung der Konferenz. An der Konferenz nahm auch der Passauer Bischof Stefan Oster teil.

–Foto: © Miqu77 | Dreamstime.com<

Vatikanstadt – Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat sich nach langer Zeit wieder öffentlich geäußert. Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 – 1965), sei zunächst mit dem Risiko behaftet gewesen sei, „die Kirche zu verunsichern und zu erschüttern, anstatt ihr eine neue Klarheit für ihre Sendung zu geben“. Doch mit der Notwendigkeit, die Frage nach Wesen und Auftrag der Kirche neu zu formulieren, entfalte sich nun langsam die positive Kraft des Konzils, so Benedikt in einem Brief aus Anlass der Jahreskonferenz der Vatikanischen Stiftung Joseph Ratzinger/Benedikt XV.

Die Ekklesiologie habe sich nach dem Ersten Weltkrieg weiterentwickelt. „War die Ekklesiologie bis dahin im Wesentlichen institutionell ausgerichtet, so wurde nun die umfassendere geistliche Dimension des Kirchenbegriffs mit Freude wahrgenommen“, so Benedikt. Das Konzept von der Kirche als mystischem Leib Christi sei gleichzeitig kritisch überdacht worden.

In dieser Situation habe er seine Doktorarbeit über das Thema „Volk und Haus Gottes in Augustins Lehre von der Kirche“ verfasst. „Die völlige Spiritualisierung des Kirchenbegriffs“ bei Augustinus gehe „am Realismus des Glaubens und seiner Institutionen in der Welt vorbei“, resümierte der emeritierte Papst vor diesem Hintergrund. „So wurde im Zweiten Vatikanischen Konzil schließlich die Frage nach der Kirche in der Welt zum eigentlichen zentralen Problem“, so der heute 95-Jährige.

Der emeritierte Papst richtet das Schreiben an den Präsidenten der ausrichtenden “Franciscan University of Steubenville” in Ohio. Die Uni veröffentlichte das Schreiben auf ihrer Website. Zuletzt hatte sich der emeritierte Papst Anfang des Jahres persönlich zu Wort gemeldet, als er Vertuschungsvorwürfe in Missbrauchsfällen in der Erzdiözese München-Freising zurückwies. Das aktuelle Schreiben, datiert auf den 7. Oktober. Den von ihm unterschriebenen Brief verlas der Stiftungsleiter und ehemalige Vatikansprecher Federico Lombardi Universitätsangaben zufolge zur Eröffnung der Konferenz. An der Konferenz nahm auch der Passauer Bischof Stefan Oster teil.
rwm