Dr. Paul Hoffacker verstorben

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Der langjährige Direktor der Katholischen Akademie Die Wolfsburg in Mülheim/Ruhr, Dr. Paul Hoffacker, ist tot.
Dr. Paul Hoffacker gestorben

Im Alter von 92 Jahren verstarb Dr. Paul Hoffacker. -Foto: Bistum Essen

Der langjährige Direktor der Katholischen Akademie Die Wolfsburg in Mülheim/Ruhr, Dr. Paul Hoffacker, ist tot. Er starb am Samstag, 1. April, im Alter von 92 Jahren. Über viele Jahrzehnte habe sich der Verstorbene „unschätzbare Dienste“ für das Bistum Essen erworben, würdigte Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck den Verstorbenen. Neben seinem beruflichen Wirken in der kirchlichen Bildungsarbeit habe Paul Hoffacker mit außerordentlichem Engagement auch viele ehrenamtliche Aufgaben im Ruhrbistum übernommen und sich in seinem politischen Wirken immer für eine christlich geprägte Erneuerung unserer Gesellschaft eingesetzt, so der Bischof weiter.

Hoffacker wurde 1930 in Wesel geboren. Nach dem Abitur 1951 studierte er Rechtswissenschaften, das er 1960 mit dem Zweiten Staatsexamen beendete; im Jahr darauf wurde er zum Dr. iur. promoviert. 1961 begann er seine Tätigkeit im kirchlichen Dienst,  zunächst als Referent für Recht und Finanzen im Bistum Essen, von 1963 bis 1965 als Referent für Staatsbürgerliche Angelegenheiten im Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Von 1965 bis 1977 war er Geschäftsführer der Bischöflichen Aktion Adveniat in Essen. Im Anschluss übte er eine Tätigkeit als Rechtsanwalt aus, ehe er 1981 zum Direktor der Katholischen Akademie Die Wolfsburg in Mülheim ernannt wurde. Bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand hob der damalige Bischof Hubert Luthe Hoffackers Verdienste für den Auf- und Umbau der Wolfsburg und sein großes  Engagement für die kirchliche Bildungsarbeit hervor. Hoffacker, so Luthe, habe sich der „zweifellos gültigsten Aufgabenstellung“ einer solchen Akademie verschrieben, „ein Ort des Dialogs von Kirche und Welt“ zu sein.

Über seine berufliche Tätigkeit hinaus war Hoffacker von 1976 bis 1980 und von 1982 bis 1994 Mitglied des Deutschen Bundestages. Unter anderem war er in dieser Zeit  Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit und gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Ehrenamtlich wirkte Hoffacker von 1972 bis 1986 als ehrenamtlicher Vorsitzender des deutschen Zentralverbands des Kolpingwerks und von 1972 bis 1993 als Vorsitzender des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Essen. Viele Initiativen dieses höchsten Laiengremiums im Bistum Essen trugen seine Handschrift, so zum Beispiel die Aktionen zur Lehrstellenbeschaffung sowie die Beteiligung katholischer Verbände und Gemeinschaften bei Strukturveränderungen im Ruhrgebiet und innerhalb der Kirche. Als Vorsitzender des Initiativkreises Nikolaus Groß setze er sich zudem unermüdlich für das Gedenken dieses ersten und bisher einzigen Seligen des jungen Ruhrbistums ein.

Für seinen vielfältigen Einsatz in Kirche und Gesellschaft erhielt Hoffacker 1997 das Bundesverdienstkreuz; 1990 wurde er Komtur des Ordens vom heiligen Papst Gregor dem Großen.

Der Trauergottesdienst für den Verstorbenen findet statt am Gründonnerstag, 6. April, um 9 Uhr in der Basilika St. Ludgerus in Essen-Werden. Die Beisetzung ist anschließend auf dem Friedhof an der Kirchhofsallee.

pb/ul