Zentralrat der Juden erhält mehr Geld vom Bund – Vertrag

Die Bundesregierung erhöht ihre jährlichen Leistungen an den Zentralrat der Juden in Deutschland auf 22 Millionen Euro.
Zentralrat der Juden erhält mehr Geld vom Bund - Vertrag

Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Dr. Josef Schuster (Foto: Thomas Lohnes für Zentralrat der Juden)

Die Bundesregierung erhöht ihre jährlichen Leistungen an den Zentralrat der Juden in Deutschland – einen entsprechenden Änderungsvertrag unterzeichneten am Dienstag Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster, sowie dessen Vizepräsident Mark Dainow. Demnach erhält der Zentralrat nun jährlich 22 Millionen Euro statt der bisherigen 13 Millionen Euro. Die Erhöhung der Mittel war bereits im vergangenen Herbst bekanntgeworden.

Faeser erklärte, es sei ein Wunder und ein großes Glück, dass es nach dem von Deutschen begangenen Menschheitsverbrechen des Holocaust wieder so vielfältiges jüdisches Leben in Deutschland gebe. Das jüdische Leben zu schützen und zu unterstützen, sei ein wichtiger Teil heutiger Verantwortung. Mit den erhöhten Mitteln könnten Bildungs- und Erinnerungsarbeit, aber auch die Sicherheit jüdischer Gemeinden weiter gestärkt werden.

Schuster betonte, das Judentum sei ein elementarer Bestandteil dieser Gesellschaft. In den vergangenen Jahrzehnten habe das jüdische Leben in Deutschland eine Vielfalt erlangt, die vor der Schoah eine Selbstverständlichkeit gewesen sei. Diese Entwicklung solle nun gefestigt werden und das erfordere Hingabe, Anstrengung und Zusammenhalt – sowohl von der jüdischen Gemeinschaft als auch von der gesamten Gesellschaft.

Der größte Teil der erhöhten Leistungen werde dem Betrieb der Jüdischen Akademie in Frankfurt zu Gute kommen, deren Eröffnung für 2024 geplant sei, so Schuster. Die Akademie werde ein interkultureller Bildungsort für den gesellschaftlichen Diskurs für Jüdinnen und Juden und Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften aus Deutschland und Europa sein. Zudem strebe der Zentralrat auch ein bundesweites Ausbildungsprogramm für Sicherheitspersonal an jüdischen Einrichtungen an. Im Bereich der Antisemitismus-Prävention werden zusätzliche Gelder demnach für Bildungsprojekte im Rahmen der „Gemeinsamen Empfehlung zum Umgang mit Antisemitismus in der Schule“ verwendet.

kna