Ausstellung in Frankfurt zum deutschen „Trauma“ Inflation

Eine Ausstellung zu den sozialen und wirtschaftlichen Folgen von Inflation ist ab Mittwoch in Frankfurt am Main zu sehen.

Eine Ausstellung zu den sozialen und wirtschaftlichen Folgen von Inflation ist ab Mittwoch in Frankfurt am Main zu sehen. Die Schau ergründe „die Begleiterscheinungen und die vielfältigen Folgen der großen Geldentwertung von 1923 in Deutschland“, sagte der Direktor des Historischen Museums Frankfurt, Jan Gerchow, am Dienstag.

Zugleich frage die Ausstellung nach dem Zusammenhang von Krieg und Inflation – einem Thema „mit hochaktuellen Bezügen“ so Gerchow. „Schon 2019 haben wir das Thema festgelegt. Nun sieht es so aus, als hätten wir tatsächlich etwas vorhergesehen“, sagte er mit Blick auf die gegenwärtige Inflation in Deutschland im Zuge von Corona-Krise und Ukraine-Krieg. Die Sonderausstellung „Inflation 1923. Krieg, Geld, Trauma“ ist bis 10. September zu sehen.

Das „Krisenjahr der Hyperinflation“ von 1923 werde nun genau 100 Jahre später vom Historischen Museum Frankfurt mit einer Ausstellung „wohl bundesweit zum ersten Mal in den Blick genommen“, sagte der Museumsdirektor. Anleger, Vermögende, aber auch Angestellte und der Mittelstand mit seinen Ersparnissen hätten damals nahezu alles verloren. „Die Vernichtung von Werten und die daraus resultierenden Versorgungskrisen, Produktionseinbrüche und zerstörten Existenzen waren traumatische Erfahrungen, die noch Jahrzehnte nachwirkten“, hieß es.

In der Schau werden die Inflationsbewegungen in der Weimarer Republik – immer wieder am Beispiel der Stadt Frankfurt – skizziert und anhand von künstlerischen und literarischen Zeugnissen belegt. Darunter sind Zeitzeugenberichte, Karikaturen aus den damaligen politisch-satirischen Zeitschriften, Fotografien, Plakate und frühe Filmaufnahmen. Auch Körbe voller Geldscheine – etwa dunkelgrüne Reichsbanknoten im Wert von Einhundert Millionen Mark – sind in der Schau zu sehen. Die Ausstellung zeigt das „Inflationserleben um 1923“, stellt historische Teuerungen und den Aufstieg Hitlers dar, aber auch die Währungsreformen 1948, 1990 sowie 2001 rund um die Einführung des Euro.

kna