Emeritierter Weihbischof für Segnung homosexueller Paare

Der emeritierte Münsteraner Weihbischof Dieter Geerlings hat sich laut einem Medienbericht für eine Segnung homosexueller Paare ausgesprochen. „Es ist meine persönliche Meinung, dass die Kirche gleichgeschlechtliche Partnerschaften segnen kann“, sagte der Geistliche laut Münsteraner Internetportal kirche-und-leben.de am Freitag bei einer Veranstaltung der Queergemeinde am Donnerstag in Münster. Er wisse, dass diese Überzeugung sich nicht mit den Vorstellungen der Amtskirche decke. Geerlings zufolge dürfe die Kirche den Segen nicht verweigern, wenn Menschen danach verlangten.

Dieter Geerlings (Foto: © Bistum Münster/Joachim Busch)

Der emeritierte Weihbischof berichtete demnach am Donnerstag in Münster, als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Schwangerschaftsberatung der Deutschen Bischofskonferenz ein Papier zur Veränderung der kirchlichen Sexualmoral für den von der Bischofskonferenz beschlossenen „synodalen Weg“ eingereicht zu haben. Dabei gehe es auch um die Frage der Gleichgeschlechtlichkeit. Die Münsteraner Queergemeinde existiert seit 1999. Sie versteht sich als Heimat für christliche Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender.

„Segnung heißt, darum zu bitten, dass die Beziehung gelingt und Gott helfend und liebend in ihr anwesend ist“, so Geerlings. Beim Segen gehe es nicht um eine „Beurteilung der Lebensführung“. Der Weihbischof sieht den problematischen Umgang der Kirche mit Homosexuellen in ihrer Vorstellung über Moral und Sexualität begründet. Solange sie Gleichgeschlechtlichkeit als irregulär und sündhaft ansehe, ändere sich nichts. Eine Neubewertung sei theologisch aber möglich. So habe das Zweite Vatikanische Konzil (1962 – 1965) festgehalten, dass „Sexualität mehr ist, als allein der Fortpflanzung zu dienen und dass sie mit Liebe zu tun hat“, sagte Geerlings.

„Ich verstehe die Aufregung in der Kirche über Schwule und Lesben nicht mehr“, sagte der Geistliche. Die Kirche müsse die Erkenntnisse der Wissenschaft über Gleichgeschlechtlichkeit wahrnehmen und Homosexualität aus der „Ecke der Pathologie“ befreien.

Die Kirchen ringen aktuell darum, wie sie mit Schwulen und Lesben umgehen. Der katholische Katechismus mahnt, homosexuellen Männern und Frauen „mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen“ und sie keinesfalls „in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen“. Anders als einige evangelische Landeskirchen lehnt die katholische Bischofskonferenz eine kirchliche Eheschließung für schwule und lesbische Paare ab. Einige Priester und auch Bischöfe zeigen sich aber offen für eine Segnung dieser Paare.

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