Kirchliches Netzwerk für integrale Ökologie in Europa gefordert

Für ein Netzwerk kirchlicher Akteure in Europa als Anwalt einer integralen Ökologie hat sich der Leiter des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Michael Heinz, ausgesprochen. Derartige Netzwerke von Bistümern, Orden, Hilfswerken und anderen Organisationen über Ländergrenzen hinweg seien etwas, das Europas Kirche von der derzeit im Vatikan tagenden Amazonas-Synode lernen könne, so der Ordensmann am Montag in Rom.

(Foto: Achim Pohl/Adveniat)

Der Luxemburger Kardinal Jean-Claude Hollerich ergänzte, eine integrale Ökologie, die Natur nicht verkläre, sondern den von der Natur abhängigen Menschen in den Mittelpunkt stelle, könne auch nationalistischen Fliehkräften entgegenwirken. Als Vorsitzender der EU-Bischofskommission COMECE nimmt er derzeit an der Amazonas-Synode im Vatikan teil.

Die vorhandenen kirchlichen Strukturen in Europa seien zu hierarchisch strukturiert, um genügend wirksam zu sein, so Hollerich. Außerdem müsse ein solches Netzwerk zumindest ökumenisch sein, aber auch über die Kirchen hinausgehen. Als ein Beispiel erwähnte der Kardinal seine eigene Teilnahme bei einer „Fridays for Future“-Demonstration in Luxemburg, über die sozialistische Gewerkschaftler sehr erfreut gewesen seien.

Adveniat, so Hauptgeschäftsführer Heinz, sei Teil des kirchlichen Panamazonien-Netzwerks Repam, das bei der Synode eine wichtige Rolle spielt. Ein ähnliches Netzwerk in Europa könnte eine gute Frucht der Synode sein, sagte Heinz. Allerdings gibt es derzeit noch keine konkreten Ansätze.

Als ein Beispiel möglicher Lobbyarbeit eines solchen Netzwerks nannte Heinz das Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) „über eingeborene und in Stämmen lebende Völker“. Derzeit versuche man etwa, die deutsche Regierung zur Unterzeichnung des „ILO 169“ genannten Abkommens zu bewegen. Dieses sieht unter anderem vor, dass indigene Völker konsultiert werden müssen, wenn ihr Territorium von wichtigen Maßnahmen betroffen ist.

kna
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