Telefonseelsorge: Isolation kann zu „Re-Traumatisierung“ führen 

Essen– Laut Telefonseelsorge des Bistums Essen kann die coronabedingte Isolation bei vielen Menschen zu einer „Re-Traumatisierung“ führen. So berichteten viele ältere Menschen am Telefon wieder von ihren Kriegserfahrungen, sagte der Leiter der Duisburger Telefonseelsorge, Olaf Meier, am Montag. Andere Personen mit psychischen Erkrankungen sorgten sich dagegen um die Weiterführung ihrer Therapien. Hier bemühten sich die Telefonseelsorger, die Menschen im Gespräch zu stabilisieren.

(Symbolfoto: Niek Verlaan/Pixabay)

Laut Telefonseelsorge hat sich die Anzahl der Anrufe seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland um rund 50 Prozent erhöht. Hinzu kämen auch deutlich mehr Anfragen per Mail. Dabei gehe es in jedem zweiten Gespräch um das Virus und die Einsamkeit. Gerade wegen des Kontakt-Verbotes sei die Nachfrage vieler Menschen nach der Telefonseelsorge aktuell so groß geworden, da sie mit niemand anderem reden könnten. „Jetzt rufen auch Leute an, die sonst nicht anrufen“, sagte Meier. „Wir stellen uns auf einen Langstreckenlauf ein.“

Kommentar hinterlassen zu "Telefonseelsorge: Isolation kann zu „Re-Traumatisierung“ führen "

Hinterlasse einen Kommentar

Neues Ruhr-Wort

Kostenfrei
Ansehen