Kirchen werben für Corona-Seelsorgetelefon

Mit einer Plakat-Kampagne werben die Berliner Kirchen für ihr ökumenisches Corona-Seelsorgetelefon. „Es braucht in dieser Krise, in der viele Menschen Angst haben, sachliche Information und Vertrauen – beides wollen wir mit dem Seelsorgetelefon bieten“, sagte der katholische Erzbischof Heiner Koch am Montag zum Auftakt der Aktion. Gemeinsam mit seinem evangelischen Amtsbruder, Bischof Christian Stäblein, präsentierte er das erste von 1.500 Plakaten, die ab sofort an Haltestellen-Wartehäuschen in ganz Berlin hängen.

Verschwörungstheorien

(Symbolfoto: Omni Matryx/Pixabay)

Bischof Stäblein erklärte: „Die Krise zeigt so deutlich wie lange nicht, was Menschen in Not dringend benötigen: das offene Ohr eines anderen, der ruhig zuhört, der Hoffnung, Stärke und Trost gibt.“ Solch ein offenes Ohr zu sein, sei die Aufgabe des Corona-Seelsorgetelefons der Kirchen. Viele der Anrufenden hätten Angst vor einem zweiten Lockdown, kämpften mit wachsender Existenznot, Einsamkeit und zunehmenden Suizidgedanken.

Fast 1.500 Anrufe bis Juli

Unter der Telefonnummer 030-403 665 885 stehen täglich von 8 bis 24 Uhr Ehrenamtliche zum Gespräch bereit. Den Angaben zufolge gingen bei der kirchlichen Hotline bis Ende Juli fast 1.500 Anrufe ein. Die durchschnittliche Gesprächsdauer lag bei 24 Minuten. Aktuell sinke die Zahl der Anrufenden, dafür nehme die Länge der einzelnen Gespräche deutlich zu. „Diese Zahlen bestätigen, dass wir mit unserem Angebot für Beratung und Seelsorge auf dem richten Weg sind“, so Erzbischof Koch.

Neben den Plakaten sollen zudem 24.000 Postkarten in Berliner Restaurants und Kneipen auf das Projekt aufmerksam machen. Die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit unterstützt das Angebot bis Jahresende mit 65.000 Euro.

kna
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