Erzbischof Vigano glaubt an Verschwörung

Corona Verschwörung

(Symbolfoto: Gerd Altmann/Pixabay)

Mit einem weiteren Offenen Brief an US-Präsident Donald Trump sorgt Erzbischof Carlo Maria Vigano (79), früherer Vatikan-Botschafter in den Vereinigten Staaten, erneut für Aufsehen. In dem am Wochenende in mehreren Ländern und Sprachen veröffentlichten Schreiben warnt er vor einem „globalen Plan namens Great Reset“. Eine Weltelite habe Vigano zufolge vor, „die gesamte Menschheit zu unterwerfen“. Daher würden der Bevölkerung Zwangsmaßnahmen auferlegt, um die individuelle Freiheit drastisch einzuschränken. Ziel sei die Schaffung einer „Gesundheitsdiktatur“.

Vigano: Papst Franziskus habe Amt verraten

Noch vor einigen Monaten habe man seine Einwände als „Verschwörungstheorie“ abgetan, schreibt Vigano weiter. Nun zeige sich, dass die Befürchtungen berechtigt seien. Weitere Lockdowns seien in Planung – die Umsetzung jeweils mit einer möglichen zweiten oder dritten Pandemie-Welle gerechtfertigt. Auch Papst Franziskus habe sein Amt verraten und sei zum Förderer einer „globalistischen Ideologie“ geworden. Dabei werde er von einflussreichen Klerikern unterstützt.

Wenige Tage vor der US-Präsidenschaftwahl beschreibt Vigano die Auseinandersetzungen vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie abermals als einen Kampf biblischen Ausmaßes: „Kinder des Lichts“ kämpften gegen „Kinder der Dunkelheit“, die strategische Positionen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens besetzt hätten. Der Erzbischof beendet seinen Brief mit den Worten: „Herr Präsident, Sie wissen genau, dass die USA in dieser entscheidenden Stunde als die Schutzmauer gelten, gegen die der von Befürwortern des Globalismus erklärte Krieg entfesselt wurde.“

Schärfster Wortführer der radikal-konservativen Minderheit

Er bete für Trump und spende ihm angesichts der bevorstehenden Herausforderungen seinen Segen. Bereits im Sommer hatte Vigano dem Präsidenten einen ähnlichen Brief gewidmet. Dieser reagierte hoch erfreut. Auf Twitter schrieb der Politiker damals, er fühle sich durch den „unglaublichen Brief von Erzbischof Vigano sehr geehrt“. Trump ergänzte: „Jeder, ob gläubig oder nicht, sollte ihn lesen!“

Vigano war von 2011 bis 2016 Apostolischer Nuntius in Washington. 2018 kritisierte er den Umgang von Papst Franziskus mit dem Missbrauchstäter, dem inzwischen aus dem Klerikerstand entlassenen Ex-Kardinal Theodore McCarrick, und forderte den Papst zum Rücktritt auf. Der frühere Nuntius ist einer der schärfsten Wortführer der radikal-konservativen Minderheit in der katholischen Hierarchie.

kna