Kabarettist Becker nimmt sich Kardinäle Meisner und Woelki vor

In einer Rosenmontagspredigt hat sich der Kabarettist Jürgen Becker den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und seinen Vorgänger Joachim „Kanal“ Meisner vorgenommen.
In einer Rosenmontagspredigt hat sich der Kabarettist Jürgen Becker den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und seinen Vorgänger Joachim "Kanal" Meisner vorgenommen. Der 61-Jährige prangerte in einem online übertragenen Gottesdienst aus der Kölner Kirche Sankt Agnes das "System" Meisner an, "das den massenhaften sexuellen Missbrauch der Geistlichen jahrzehntelang systematisch vertuscht hat". Bei seinem Nachfolger Woelki gebe es zwar kein Vertuschen. "Der setzt mehr auf Verschweigen - auf heiliges Schweigen", so Becker.

Jürgen Becker. Foto: Schönhauser Promotion GmbH

In einer Rosenmontagspredigt hat sich der Kabarettist Jürgen Becker den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und seinen Vorgänger Joachim „Kanal“ Meisner vorgenommen. Der 61-Jährige prangerte in einem online übertragenen Gottesdienst aus der Kölner Kirche Sankt Agnes das „System“ Meisner an, „das den massenhaften sexuellen Missbrauch der Geistlichen jahrzehntelang systematisch vertuscht hat“. Bei seinem Nachfolger Woelki gebe es zwar kein Vertuschen. „Der setzt mehr auf Verschweigen – auf heiliges Schweigen“, so Becker.

Becker: „Da wird die Kirchensteuer zur Gewissensfrage“

Woelki steht in der Kritik, weil er ein seit Monaten fertiges Gutachten über den Umgang der Bistumsspitze mit Missbrauchsfällen nicht veröffentlichen lässt. Der Erzbischof begründet dies mit „methodischen Mängeln“ und beauftragte eine neue Untersuchung, deren Ergebnisse in einem Monat vorgestellt werden sollen.

„Immer mehr Menschen vertrauen der Kirche nicht mehr“, bedauerte Becker. Selbst engagierte Katholiken träten in Scharen aus, „wenn sie überhaupt einen Termin bekommen“. Denn es sei ja auch ihr Geld, „dass da vom Kardinal und Co. an Spitzenanwälte und Kommunikationsagenturen überwiesen wird. Da wird die Kirchensteuer zur Gewissensfrage.“

Jesus  zum „Idol der Fortschrittlichen“ geworden

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich nach den Worten des Kabarettisten das Bild „Kirche schlecht – Jesus gut“ verfestigt. Denn Jesus sei zum „Idol der Fortschrittlichen“ geworden, etwa weil er Hungernde beschenkt und Reiche leer ausgehen lässt. Dieses Kirchenbild habe sich aber geändert. Heute sagten die Menschen „Kirche gut – Klerus schlecht“. Es gebe viele sozial engagierte Kirchengemeinden mit Ehrenamtlichen, „die so schrecklich leiden unter dem erbärmlichen Bild, das so viele Geistliche und schmallippige Kirchenfürsten abgeben“, sagte Becker unter Applaus. Eine Lanze brach er für „die Hälfte der Menschheit“, die Frauen. Wer sie nicht in Leitungspositionen lasse, habe doch viel zu wenig Auswahl. „Da kommen dann Gestalten unter die Bischofsmütze, die diese Ämter gar nicht ausfüllen können – auch intellektuell.“

Der nächste Erzbischof müsse zwei Bedingungen erfüllen, schloss der Kabarettist auf der Kirchenkanzel. Er dürfe auf keinen Fall katholisch sein, sonst drohten wieder unappetitliche Verstrickungen und üble Vertuschungen ans Licht zu kommen. Und es sollte eine Frau sein – vielleicht Margot Käßmann. „Die kennt sich mit Luther aus.“

Der sei nicht nur katholisch gewesen, sondern habe dem „sündigen Klerus die Stirn geboten“. Zu dem Gottesdienst ab 11.11 Uhr hatte der Kirchengemeindeverband Köln-Mitte in die zweitgrößte Kirche der Stadt eingeladen – als Alternative zum wegen Corona ausgefallenen Rosenmontagszug. Dabei sangen die Kölner Musiker Stephan Brings und Stefan Knittler kölsche Lieder.

kna

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