Präses Rekowski kritisiert Missbrauchsaufarbeitung

Bei einer ökumenischen Andacht mit dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat der scheidende rheinische Präses Manfred Rekowski indirekt die Missbrauchsaufarbeitung im Erzbistum Köln kritisiert.
Düsseldorf – Bei einer ökumenischen Andacht mit dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat der scheidende rheinische Präses Manfred Rekowski indirekt die Missbrauchsaufarbeitung im Erzbistum Köln kritisiert. "Es gibt eine ökumenische Haftungsgemeinschaft", sagte Rekowski am Samstagabend bei dem Gottesdienst in Düsseldorf zum Auftakt der Fastenzeit. Die Folgen von Missbrauch erlebten die Konfessionen nicht getrennt. Wenn Menschen in allen Kirchen als dem einen Leib Christi "misshandelt, missbraucht, herabgewürdigt werden, leidet darunter der ganze Körper", so Rekowski. "Und wenn diese Verletzungen dann nicht zur Sprache kommen, keinen ausreichenden Ausdruck finden, wenn der Schmerz unterdrückt und Heilung verhindert wird, dann hat das Folgen für den ganzen Körper."

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) Manfred Rekowski –Foto: EKiR/Lichtenscheidt

Bei einer ökumenischen Andacht mit dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat der scheidende rheinische Präses Manfred Rekowski indirekt die Missbrauchsaufarbeitung im Erzbistum Köln kritisiert. „Es gibt eine ökumenische Haftungsgemeinschaft“, sagte Rekowski am Samstagabend bei dem Gottesdienst in Düsseldorf zum Auftakt der Fastenzeit. Die Folgen von Missbrauch erlebten die Konfessionen nicht getrennt. Wenn Menschen in allen Kirchen als dem einen Leib Christi „misshandelt, missbraucht, herabgewürdigt werden, leidet darunter der ganze Körper“, so Rekowski. „Und wenn diese Verletzungen dann nicht zur Sprache kommen, keinen ausreichenden Ausdruck finden, wenn der Schmerz unterdrückt und Heilung verhindert wird, dann hat das Folgen für den ganzen Körper.“

Woelki steht wegen der Missbrauchsaufarbeitung in seinem Erzbistum derzeit unter Druck. Ein Gutachten zum Umgang mit Missbrauchsfällen ließ er wegen „methodischer Mängel“ nicht wie zunächst vorgesehen veröffentlichen. Ein neues Gutachten soll bis zum 18. März vorliegen. In seinem am Wochenende veröffentlichten Fastenhirtenbrief warb er um Verständnis für das neu in Auftrag gegebene Gutachten. Sein Ziel sei weiterhin die Aufklärung der Missbrauchsvergehen und ihrer systemischen Umstände – „selbstverständlich auch im Blick auf meine eigene Person“. Zugleich räumte der Kardinal erneut Fehler bei der Aufarbeitung sowie im Krisenmanagement ein.

Rekowski vor Abschied

In der Andacht ging der Kardinal auf das Thema nicht, sondern sprach über die Herausforderungen der Corona-Pandemie. „Über dem Alltag schwebt die Angst vor dem Virus“, so der Erzbischof. „Die Atmosphäre ist bedrückend.“ Die Tage der österlichen Bußzeit riefen dazu auf, zum Gekreuzigten aufzublicken, „der unsere Krankheiten getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen hat“.

Der Kölner Erzbischof und der rheinische Präses feiern traditionell am Beginn des Advents und der Fastenzeit einen gemeinsamen Gottesdienst. Während die Adventsvesper in Köln in Sankt Aposteln stattfindet, laden die leitenden Geistlichen jedes Jahr zu Beginn der Passionszeit in die Düsseldorfer Johanneskirche ein. Es predigt jeweils der Gast. Rekowski nahm letztmals als Präses an der Veranstaltung teil. Der 63-Jährige geht im März in den Ruhestand. Zu seinem Nachfolger wählte die Landessynode im Januar den Frankfurter Theologen Thorsten Latzel (50).

kna

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