Steinmeier: Zahl der Corona-Toten erschütternd und verstörend

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat erneut zum gemeinsamen Gedenken an die bislang mehr als 70.000 Corona-Toten in Deutschland aufgerufen.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat erneut zum gemeinsamen Gedenken an die bislang mehr als 70.000 Corona-Toten in Deutschland aufgerufen.

Frank-Walter Steinmeier. –Foto: © Gints IvuskansDreamstime.com

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat erneut zum gemeinsamen Gedenken an die bislang mehr als 70.000 Corona-Toten in Deutschland aufgerufen. “Das ist und das bleibt eine erschütternde, verstörende Dimension”, sagte er am Freitag bei einem Gespräch mit Hinterbliebenen, die während der Corona-Pandemie Angehörige verloren haben, im Schloss Bellevue in Berlin. Noch immer würden Tag für Tag Hunderte Menschen an oder mit einer Covid-19-Infektion sterben.

Steinmeier: „Dahinter stehen unendliche Trauer und unendlicher Schmerz und ja, manchmal auch Bitterkeit.”

Hinter jeder einzelnen Zahl der bislang 71.504 Todesopfer der Pandemie stehe ein Schicksal und ein Mensch, der gestorben sei. “Dahinter stehen Menschen, die ihre Liebsten verloren haben, Menschen, die gebangt, gezittert, gekämpft haben, die sich manchmal nicht einmal verabschieden konnten”, sagte der Bundespräsident. “Dahinter stehen unendliche Trauer und unendlicher Schmerz und ja, manchmal auch Bitterkeit.”

Als Bundespräsident halte er es für “sehr wichtig, dass wir innehalten, um gemeinsam in Würde Abschied zu nehmen von den Verstorbenen in der Zeit der Pandemie – auch von jenen, die nicht dem Virus zum Opfer gefallen sind, aber genauso einsam gestorben sind”, sagte Steinmeier weiter. Gemeinsam solle man zeigen, dass die Toten nicht vergessen würden und die Hinterbliebenen mit ihrem Leid und ihrem Schmerz nicht allein gelassen würden.

Es fehle fehlt „eine Form des gemeinsamen Gedenkens und Abschiednehmens“

Bisher hätten die Menschen meist im Stillen und individuell getrauert, sagte Steinmeier. “Viele konnten von ihren Liebsten nur im allerkleinsten Kreis Abschied nehmen, mussten selbst nächste Verwandte und Freunde von der Trauerfeier ausschließen.” Aus den Briefen, die ihn erreichten, wisse er aber, dass das Thema Sterben und Tod in dieser Pandemie viele Menschen bedrücke und bewege. “Uns allen fehlt eine Form des gemeinsamen Gedenkens und Abschiednehmens.”

Bereits Mitte Januar hatte der Bundespräsident die Aktion #lichtfenster initiiert, bei der Menschen im Gedenken an die Verstorbenen ein Licht ins Fenster stellen. Am 18. April ist zudem eine zentrale staatliche Gedenkfeier in Berlin vorgesehen. An dem Tag wollen auch die beiden großen Kirchen mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche der Opfer der Corona-Pandemie gedenken. Am vergangenen Wochenende gab es im Rahmen einer europäischen Aktion in mehreren katholischen Bistümern Gedenkgottesdienste.

kna