Psychiater Lütz kritisiert Gercke-Gutachten für Erzbistum Köln

Der Psychiater und katholische Theologe Manfred Lütz hat deutliche Kritik am Gutachten des Strafrechtlers Björn Gercke über den Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt im Erzbistum Köln geübt.

Der Psychiater und katholische Theologe Manfred Lütz hat deutliche Kritik am Gutachten des Strafrechtlers Björn Gercke über den Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt im Erzbistum Köln geübt. Zwar sei das Gutachten „juristisch solide gearbeitet“, leide aber „an den ja durchaus beabsichtigten und auch angekündigten medialen Knalleffekten“, sagte Lütz am Montag der „Kölnischen Rundschau“.

Insbesondere kritisierte der frühere Chefarzt des Kölner Alexianer-Krankenhauses die Bewertung des heutigen Hamburger Erzbischofs Stefan Heße, den er „als den fähigsten Personalchef des Erzbistums“ erlebt habe und der „vor allem viel Empathie für die Opfer zeigte“. Die Vorwürfe gegen ihn seien „substanzlos“.

Lütz „In Wahrheit habe ich kein einziges Gutachten gemacht“

Lütz widersprach der Darstellung der Gercke-Untersuchung, er selber sei vom Erzbbistum vielfach als Gutachter eingesetzt worden: „In Wahrheit habe ich kein einziges Gutachten gemacht.“ Der Theologe forderte zudem, dass es „eine wirklich unabhängige staatliche Untersuchung geben sollte für die katholische und evangelische Kirche, für den Deutschen Olympischen Sportbund und Vergleichbares“.

kna
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