Laschet sieht Journalismus unter Druck

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet sieht den Journalismus in vielen Ländern unter Druck. Überdies sei der Anspruch an die professionellen Medien im Gefolge der Corona-Krise gestiegen.
Armin Laschet

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. (Foto: Land NRW)

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet sieht den Journalismus in vielen Ländern unter Druck. Überdies sei der Anspruch an die professionellen Medien im Gefolge der Corona-Krise gestiegen, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident am Montag in Bonn. In der Flut von Information und Desinformation rund um die globale Gesundheitskrise sei es besonders wichtig, „dass unabhängige und solide recherchierende Journalisten dagegenhalten. Dass sie einordnen. Dass sie ‚Fake News‘ widerlegen und gegen Desinformation vorgehen. Dass sie Orientierung bieten“, so Laschet.

Die Politik sieht der Ministerpräsident in der Pflicht, gute Rahmenbedingungen für neue Geschäftsmodelle der Medien zu schaffen. Laschet zeigt sich zugleich optimistisch, was die Zukunft des Journalismus anbelangt, „weil sich viele Journalisten sehr konkrete Gedanken machen, wie der Journalismus noch besser werden kann. Besser im Sinne von noch stärker orientiert an den Bedürfnissen der Leserinnen und Leser.“

Besorgt äußerte sich der CDU-Kanzlerkandidat darüber, dass immer mehr Menschen ganz bewusst auf den Konsum von Nachrichten verzichteten, weil sie sich nicht ständig mit negativen Meldungen beschäftigen wollten, mit Skandalen und mit Katastrophen. „Das bedeutet aber auch, dass sich diese Menschen aus einem wichtigen Teil des gesellschaftlichen Diskurses ausklinken. Das ist in niemandes Interesse. Nicht im Interesse des Medienunternehmens, das in Zeiten rückläufiger Werbeerlöse mehr denn je zahlende Kunden braucht. Und nicht im Interesse der demokratischen Gesellschaft insgesamt, die davon lebt, dass sich alle Menschen gut informiert einbringen in den Diskurs.“

Laschet äußerte sich beim Global Media Forum der Deutschen Welle. Das Medientreffen trägt den Titel „Disruption and Innovation“ und dauert bis zum morgigen Dienstag. Bei dem Treffen sagte der Ministerpräsident die Unterstützung der nordrhein-westfälischen Landesregierung beim Aufbau eines neuen „Instituts für Constructive Journalism“ zu, an dem sich die Deutsche Welle und andere Medien in NRW beteiligen wollten. Dieses dürfe „nicht vom Staat initiiert und gesteuert“ werden, unterstrich Laschet. „Journalismus muss staatsfern agieren. Ein solches Institut wird dann ‚fliegen‘, wenn es in der Medienbranche verankert ist.“

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