Kommission zur Missbrauchsaufarbeitung im Bistum Trier startet

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Im Bistum Trier kann die institutionelle Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch starten. Die sieben Mitglieder der Aufarbeitungskommission kamen am Wochenende für ein erstes Treffen zusammen, wie das Bistum am Montag mitteilte.

Trier – Im Bistum Trier kann die institutionelle Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch starten. Die sieben Mitglieder der Aufarbeitungskommission kamen am Wochenende für ein erstes Treffen zusammen, wie das Bistum am Montag mitteilte. Die konstituierende Sitzung des Gremiums soll folgen. Zum kommissarischen Sprecher bestimmten die Mitglieder demnach den Juristen und früheren rheinland-pfälzischen Justizminister Gerhard Robbers. "Die Kommission geht mit großem Engagement und mit einem besonderen Blick für die Betroffenen an ihre Arbeit", betonte Robbers.

Der Dom von Trier (Symbolfoto: Elsemargriet/Pixabay))

Trier – Im Bistum Trier kann die institutionelle Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch starten. Die sieben Mitglieder der Aufarbeitungskommission kamen am Wochenende für ein erstes Treffen zusammen, wie das Bistum am Montag mitteilte. Die konstituierende Sitzung des Gremiums soll folgen. Zum kommissarischen Sprecher bestimmten die Mitglieder demnach den Juristen und früheren rheinland-pfälzischen Justizminister Gerhard Robbers. “Die Kommission geht mit großem Engagement und mit einem besonderen Blick für die Betroffenen an ihre Arbeit”, betonte Robbers.

Bischof Stephan Ackermann sagte laut Mitteilung, die Kommission helfe hoffentlich dabei, der Kirchen- und Glaubensgeschichte im Bistum und der Wahrheit, so schmerzlich sie sei, “ehrlich ins Gesicht zu schauen”. Er betonte weiter, dass das Gremium unabhängig handeln könne und er die Arbeit unterstützen werde: “Die Kommission bekommt vollen Zugang zu den Akten”, sagte Ackermann. Die katholische Kirche in Deutschland hatte 2020 mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung Kriterien zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch vereinbart. Auf dieser Basis soll es in allen 27 Bistümern eine solche Aufarbeitungskommission geben.

Im Bistum Trier ist für den Prozess der Aufarbeitung ein Zeitraum von sechs Jahren vorgesehen. Es soll zudem jährliche Zwischenberichte geben. Die Kommission arbeitetet demnach unabhängig und frei von Weisungen des Bischofs. Im Bistum Trier sind für den Aufarbeitungsprozess sechs Jahre vorgesehen. Die Kommission soll jährliche Zwischenberichte geben. Die Mitglieder sind zunächst für drei Jahre ernannt.

Ackermann teilte mit, er habe das Gremium darum gebeten, drei Fälle besonders in den Blick zu nehmen: Die Ära des früheren Trierer Bischofs Bernhard Stein (1904-1993), der von 1967 bis 1980 Bischof von Trier war, den Fall Freisen im Saarland, sowie den Fall einer erwachsenen Frau, die unter dem Pseudonym Karin Weißenfels von geistlich-sexuellem Missbrauch durch einen Priester und dessen mutmaßlichen Komplizen berichtet.

Der Kommission gehören die Psychologin Petra Hank und der Historiker Lutz Raphael an. Die saarländische Landesregierung benannte Herbert Heyd, der früher im Sozialministerium arbeitete, die rheinland-pfälzische Landesregierung den ehemaligen Justizminister Robbers (SPD). Weiteres Mitglied ist die Direktorin des Trierer Bistumsarchivs, Monica Sinderhauf. Für den Betroffenenbeirat sind Uwe Christoffer und Karl-Horst Wirz in der Aufarbeitungskommission.

kna

Betroffenenbeirat im Bistum Trier steht