Wilmer: Missbrauchsaufarbeitung in Köln „unsäglich“

Der katholische Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer hat die Vorgänge rund um die Missbrauchsaufarbeitung im Erzbistum Köln als „unsäglich und sehr bedauerlich“ bezeichnet. 
Hannover – Der katholische Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer hat die Vorgänge rund um die Missbrauchsaufarbeitung im Erzbistum Köln als "unsäglich und sehr bedauerlich" bezeichnet. Die Fälle des Kölner Erzbischofs Rainer Maria Woelki und des Hamburger Erzbischofs Stefan Heße, denen Vertuschung vorgeworfen wird, lägen nun im Vatikan, erklärte Wilmer in einem am Freitag veröffentlichten Interview des Senders NDR Info. "Ich hoffe und wünsche, dass hier bald Klarheit herrscht, dass mehr Licht ins Dunkel kommt und dass beide Geschichten so gelöst werden, dass das Vertrauen wiederhergestellt wird."

Bischof Heiner Wilmer (Foto: © Gemeinschaft der Herz-Jesu-Priester)

Der katholische Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer hat die Vorgänge rund um die Missbrauchsaufarbeitung im Erzbistum Köln als „unsäglich und sehr bedauerlich“ bezeichnet. Die Fälle des Kölner Erzbischofs Rainer Maria Woelki und des Hamburger Erzbischofs Stefan Heße, denen Vertuschung vorgeworfen wird, lägen nun im Vatikan, erklärte Wilmer in einem am Freitag veröffentlichten Interview des Senders NDR Info. Ich hoffe und wünsche, dass hier bald Klarheit herrscht, dass mehr Licht ins Dunkel kommt und dass beide Geschichten so gelöst werden, dass das Vertrauen wiederhergestellt wird.“

Wilmer bezog sich auf die Debatte um ein bisher nicht veröffentlichtes Missbrauchsgutachten im Erzbistum Köln. Medienberichten zufolge wird darin Woelki und Heße, der früher Personalchef und Generalvikar in Köln war, vorgeworfen, die Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt verhindert zu haben. Beide Erzbischöfe hatten die Vorwürfe gegen sie mit der Bitte um Prüfung an den Vatikan gemeldet.

Wilmer hält Rücktritte für möglich

Wilmer schloss Rücktritte von Bischöfen in Deutschland wegen des Umgangs mit Fällen von sexualisierter Gewalt nicht aus, nannte aber keine Namen. Er sei grundsätzlich dafür, dass die Basis des Rechts zunächst einmal geprüft werde. Darüber hinaus könne ein Bischof in eine Lage kommen, in der ihm im Bistum niemand mehr vertraue. „Dann muss er sich ernsthaft fragen, ob er dort richtig ist.“

Mit Blick auf den 2019 gestarteten Reformprozess der deutschen Katholiken, den Synodalen Weg, forderte der Hildesheimer Bischof, die Gespräche mit dem Vatikan aber auch mit anderen Nationalkirchen zu intensivieren. „Es wäre mein Wunsch, dass wir uns stärker in die Augen schauen und an einen Tisch kommen. Im Moment gibt es zu viele Dokumente und zu viel Post, die hin und her läuft, statt dass wir uns an einen Tisch setzen und miteinander ringen“, kritisierte er. Er sei sehr dafür,“wenn wir den deutschen Synodalen Weg ausweiten zu einem Synodalen Weg in Europa“.

Treffen mit dem Papst

Nach einem Treffen mit dem Papst und weiteren Verantwortlichen im Vatikan im Oktober habe er nicht den Eindruck, dass Rom mit dem Reformdialog in Deutschland fremdele. Nur bei einigen wenigen Vertretern sei dies der Fall. Wilmerbetonte: Es gehe schon um Veränderungen, aber „niemand in Deutschland will eine Abspaltung von Rom, niemand will ein Schisma.“

kna

 

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