Katholikenkomitee wirft Rom mangelnde Gesprächsbereitschaft vor

Die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Karin Kortmann, wirft dem Vatikan mangelnde Gesprächsbereitschaft über den Reformprozess in Deutschland vor.
Köln– Die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Karin Kortmann, wirft dem Vatikan mangelnde Gesprächsbereitschaft über den Reformprozess in Deutschland vor. Vertreter des Synodalen Wegs hätten mehrfach um ein Gespräch mit Papst Franziskus oder Vertretern seiner Kurie gebeten, sagte Kortmann am Montag dem Internetportal domradio.de. "Das ist bisher nie aufgegriffen worden. Der Nuntius sitzt bei uns bei den Synodalversammlungen hörend dabei, gibt keine Wortmeldung ab. Ein dialogisches Prinzip ist etwas anderes."

Karin Kortmann –Foto: Jenny Paul / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)

Die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Karin Kortmann, wirft dem Vatikan mangelnde Gesprächsbereitschaft über den Reformprozess in Deutschland vor. Vertreter des Synodalen Wegs hätten mehrfach um ein Gespräch mit Papst Franziskus oder Vertretern seiner Kurie gebeten, sagte Kortmann am Montag dem Internetportal domradio.de. „Das ist bisher nie aufgegriffen worden. Der Nuntius sitzt bei uns bei den Synodalversammlungen hörend dabei, gibt keine Wortmeldung ab. Ein dialogisches Prinzip ist etwas anderes.“

Sie hoffe sehr, dass Papst Franziskus verstanden habe, dass es bei dem Reformprozess „nicht nur um nette Treffen geht, sondern dass hier mit brennender Sorge darauf geschaut wird, dass die Kirche so in eine Sackgasse läuft, in der sie auch keine gesellschaftspolitische Bedeutung mehr hat und die Gläubigen sich verschnupft und auch enttäuscht von diesem Machtapparat abwenden“, fügte sie hinzu.

Kortmann betonte, offenbar herrsche in Rom große Sorgen davor, dass Teilkirchen sich verselbstständigten. Dabei werde aber nicht wahrgenommen, dass sich in unterschiedlichen Ländern auch kirchliche Strukturen veränderten, weil Gläubige auch gesellschaftspolitisch im Rahmen von Demokratie, Mitbestimmung und Teilhabe andere Erfahrungen machten.

Aus Sicht von Kortmann liegen die Reformthemen auf dem Tisch: Die katholischen Laien wollten mehr Frauen in Leitungsämtern, andere Formen der Gemeindeleitung oder die Möglichkeit der Laien, zu predigen. „Das Diakonat der Frau schwebt wie eine Wolke über allen Teilen der Weltkirche, ohne dass wir die Weltkirche infrage stellen.“ In diesen Bereichen seien Entscheidungen notwendig. Sie dürften aber nicht nur von Bischöfen getroffen werden. „Es kann nicht sein, dass diese nur von Bischöfen getroffen werden, denn dann sind wir bei dem, was wir bisher haben und dann wird sich nichts verändern.“

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