Bundespräsident Steinmeier besucht Papst Franziskus

Gut zwei Wochen nach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht am Montag auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Papst Franziskus.
Gut zwei Wochen nach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht am Montag auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Papst Franziskus

Frank-Walter Steinmeier. –Foto: © Gints IvuskansDreamstime.com

Gut zwei Wochen nach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht am Montag auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Papst Franziskus. Er trifft am Vormittag das Kirchenoberhaupt zu einer Privataudienz und will im Anschluss mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin sprechen. Steinmeier, der Protestant ist, hatte seinen Antrittsbesuch bei Papst Franziskus vor vier Jahren zusammen mit seiner Frau Elke Büdenbender, die katholisch ist, absolviert. Auch auf dieser Reise begleitet ihn seine Frau.

Nach der Audienz beim Papst will der Bundespräsident in Rom noch den Souveränen Malteserorden besuchen. Der Malteserorden steht in der Tradition des „Ritterordens vom Hospital des heiligen Johannes zu Jerusalem“, des im 11. Jahrhundert gegründeten weltweit ersten christlichen Krankenpflegeordens. 1953 wurden die Malteser als religiöser und souveräner Orden anerkannt. Als katholischer Orden sind sie dem Heiligen Stuhl unterstellt.

Merkel nach Papst-Treffen: Kirche muss glaubwürdig bleiben

Bundeskanzlerin Merkel war am 7. Oktober 2021 im Vatikan mit Papst Franziskus zusammengetroffen. Bei der rund einstündigen Unterredung habe sie mit Franziskus über weltweite politische Herausforderungen wie den Klimawandel, aber auch Herausforderungen der Kirche gesprochen, sagte Merkel im Anschluss vor Journalisten. Dabei wies sie auch auf ihren Besuch am Morgen im Kinderschutzzentrum der Päpstlichen Universität Gregoriana hin. Damit habe sie unterstreichen wollen, dass in Sachen Missbrauch „die Wahrheit ans Licht kommen muss“. Die kürzlich zu einem Institut für Safeguarding ausgebaute Einrichtung gilt als eine der weltweit führenden Einrichtungen im Kampf gegen Missbrauch.

Die Kirche, so Merkel, müsse ihre Glaubwürdigkeit erhalten, auch weil sie bei vielen Herausforderungen ein wichtiger Partner sei. Für sie, so die Kanzlerin, bleibe ermutigend, dass die Kirche weiterhin eine wichtige und konstruktive Rolle spiele. Der Klimawandel verlange „eine radikale Änderung des Lebenswandels“. Daher sei das persönliche Engagement des Papstes bedeutsam, auch vor dem anstehenden Klimagipfel COP26 in Glasgow.

Konflikte weltweit

Im Anschluss an das Treffen mit Franziskus sprach die Kanzlerin mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin über diverse Konflikte weltweit. Dabei sei das Engagement der Kirche und ihrer Hilfsorganisationen in vielen Ländern von allergrößter Bedeutung, so Merkel. Deutschland wolle seinen Beitrag leisten, wenn es um Herausforderungen wie den Klimawandel, Artenvielfalt, Frieden und humanitäre Hilfe gehe, aktuell etwa in Afghanistan.

Unmittelbar vor der Begegnung mit dem Papst hatte Merkel den Petersdom besichtigt. Kardinal Mauro Gambetti, Erzpriester von Sankt Peter, führte sie durch die Basilika. Zur Stunde trifft die Kanzlerin Italiens Ministerpräsident Mario Draghi zu einem Arbeitsessen. Nachmittags nimmt sie zusammen mit dem Papst an der Abschlussfeier eines interreligiösen Friedensgebets am Kolosseum teil. Dabei wird sie auch eine Rede halten.

kna

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