Vatikan mahnt bei Klimakonferenz mehr Bildung an

Klimakonferenz: Im Kampf gegen den Klimawandel hat sich die katholische Kirche unter anderem zu mehr Einsatz für umfassende Bildung und Erziehung verpflichtet.
Vatikan mahnt bei Klimakonferenz mehr Bildung an Glasgow/Vatikanstadt – Im Kampf gegen den Klimawandel hat sich die katholische Kirche unter anderem zu mehr Einsatz für umfassende Bildung und Erziehung verpflichtet. "Politische, technische und operative Maßnahmen" müssten "mit einer Bildung verbunden werden, die insbesondere bei jungen Menschen neue Lebensstile fördert", heißt es in einer am Dienstag verlesenen Papst-Botschaft an die Teilnehmer des UN-Klimagipfels (COP26) in Glasgow.

Kardinal Pietro Parolin –Foto: © Palinchak | Dreamstime.com

Im Kampf gegen den Klimawandel hat sich die katholische Kirche unter anderem zu mehr Einsatz für umfassende Bildung und Erziehung verpflichtet. „Politische, technische und operative Maßnahmen“ müssten „mit einer Bildung verbunden werden, die insbesondere bei jungen Menschen neue Lebensstile fördert“, heißt es in einer am Dienstag verlesenen Papst-Botschaft an die Teilnehmer des UN-Klimagipfels (COP26) in Glasgow.

Damit müsse ein „kulturelles Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsmodell begünstigt“ werden, „das auf Geschwisterlichkeit und dem Bündnis zwischen Mensch und Natur beruht“. Vorgetragen wurde die Papstbotschaft von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Er leitet die Delegation des Heiligen Stuhls in Glasgow und sprach als letzter der Staats- und Regierungschefs.

In seiner Botschaft verwies der Papst erneut auf den gemeinsamen Klima-Appell aller Weltreligionen, den diese am 4. Oktober im Vatikan unterzeichnet hatten. Trotz „sehr unterschiedlicher Stimmen mit sehr unterschiedlicher Sensibilität“ zeuge der interreligiöse Appell von einer „bemerkenswerten Übereinstimmung in der dringenden Notwendigkeit eines Richtungswechsels“ von einer „Wegwerfkultur“ zu einer „‚Kultur der Sorge‘ für unser gemeinsames Haus und seine Bewohner überzugehen“.

Eigens betonte das Kirchenoberhaupt die „ökologische Schuld“ des Nordens. Diese werfe die Frage der Auslandsverschuldung auf, deren Last die Entwicklung von Völkern oft behindere. Nach der Pandemie müsse die Welt unter Berücksichtigung all dieser Aspekte neu beginnen. Dazu gehörten „sorgfältig ausgehandelte Verfahren für den Erlass von Auslandsschulden, die mit einer nachhaltigeren und gerechteren wirtschaftlichen Umstrukturierung verbunden sind, die auf die Bewältigung der Klimakrise abzielt“.

Dabei nahm der Papst besonders jene Länder in die Pflicht, die über mehr Möglichkeiten verfügen. Diese hätten eine führende Rolle bei der „Finanzierung von Klimaschutz, bei der Dekarbonisierung des Wirtschaftssystems (…), der Förderung einer Kreislaufwirtschaft sowie Unterstützung schwächerer Länder“ zu übernehmen.

Zugleich mahnte der Papst, die Welt müsse sich eingestehen, dass sie noch weit von den erklärten Zielen entfernt ist. Schon zu viele Menschen litten unter dem Klimawandel. In naher Zukunft, warnte Franziskus, werde die Zahl der Klimaflüchtlinge die von Kriegs- und Konfliktflüchtligen übersteigen. Dennoch aber brauche es „Mut und Hoffnung“, damit „eine wahrhaftige Bekehrung“, individuell wie gemeinschaftlich, gelingen könne.

kna
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