Kritik an de Maiziere als Kirchentagspräsident

Die Entscheidung für Ex-Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) als Präsidenten des Evangelischen Kirchentags 2023 in Nürnberg stößt auf Kritik.
Oberursel – Die Entscheidung für Ex-Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) als Präsidenten des Evangelischen Kirchentags 2023 in Nürnberg stößt auf Kritik. In der Zeitschrift "Publik Forum" betont der frühere Koordinator der Kirchenasyle in der bayerischen Landeskirche, Stephan Reichel, de Maiziere habe eine "unchristliche" Politik betrieben. Er habe "seit 2014 als Innenminister maßgeblich die rechtspopulistische Stimmung mit Worten und Taten befeuert und eine Asylpolitik der Abgrenzung und Ausgrenzung eingeleitet".

Thomas de Maizière –Foto: © MarkwatersDreamstime.com

Die Entscheidung für Ex-Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) als Präsidenten des Evangelischen Kirchentags 2023 in Nürnberg stößt auf Kritik. In der Zeitschrift „Publik Forum“ betont der frühere Koordinator der Kirchenasyle in der bayerischen Landeskirche, Stephan Reichel, de Maiziere habe eine „unchristliche“ Politik betrieben. Er habe „seit 2014 als Innenminister maßgeblich die rechtspopulistische Stimmung mit Worten und Taten befeuert und eine Asylpolitik der Abgrenzung und Ausgrenzung eingeleitet“.

De Maiziere sei verantwortlich für „unverantwortliche Abschiebungen in das angeblich sichere Afghanistan“ oder in Länder wie Ungarn, Bulgarien oder Rumänien, „wo Flüchtlinge bis heute schwere Gewalt und Gefängnis erleben“, schreibt Reichel, der nun Vorsitzender des Vereins „matteo – Kirche und Asyl“ in Nürnberg ist.

Dagegen verteidigte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt den langjährigen CDU-Politiker als einen Menschen, der der Kirchentagsbewegung eng verbunden sei. De Maiziere sei ein Kirchentagsmensch. „Tief verwurzelt im Glauben, lebendig in der persönlichen Begegnung, streitbar in der Sache“, so Göring-Eckardt ebenfalls in „Publik Forum“. Darum passe es gut, „dass er nun den Kirchentag repräsentiert, der auch in Zukunft Kontroverse zulassen, Gemeinschaft ermöglichen und Spiritualität erfahrbar machen will“. Göring-Eckardt war 2011 Präsidentin des Evangelischen Kirchentages in Dresden.

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