Debatte über Weihnachtsmärkte in Corona-Zeiten

Die steil ansteigenden Corona-Zahlen führen jetzt auch zu einer Debatte über Weihnachtsmärkte. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund forderte am Donnerstag, die Märkte sollten nur mit Zugangsbeschränkungen wie 2G oder 2G-Plus öffnen.
Berlin – Die steil ansteigenden Corona-Zahlen führen jetzt auch zu einer Debatte über Weihnachtsmärkte. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund forderte am Donnerstag, die Märkte sollten nur mit Zugangsbeschränkungen wie 2G oder 2G-Plus öffnen. Der Deutsche Schaustellerbund lehnte eine Maskenpflicht auf Weihnachtsmärkten ab.

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Die steil ansteigenden Corona-Zahlen führen jetzt auch zu einer Debatte über Weihnachtsmärkte. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund forderte am Donnerstag, die Märkte sollten nur mit Zugangsbeschränkungen wie 2G oder 2G-Plus öffnen. Der Deutsche Schaustellerbund lehnte eine Maskenpflicht auf Weihnachtsmärkten ab.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) forderte angesichts der Infektionsdynamik die Absage von Weihnachtsmärkten. „Man kann sich doch nicht vorstellen, dass man auf dem Weihnachtsmarkt steht, Glühwein trinkt und in den Krankenhäusern ist alles am Ende und man kämpft um die letzten Ressourcen“, sagte er dem TV-Sender RTL/ntv. „Wir brauchen jetzt ein gemeinsames Agieren. Wir müssen denjenigen Mut machen, die jetzt schwere Entscheidungen treffen. Es sind Bürgermeister und Landräte, es sind Marktbetreiber, die jetzt vor der Entscheidung stehen, Weihnachtsmärkte abzusagen und wir sollten ihnen das klare Signal geben, ihr habt Recht, trefft diese schwere Entscheidung.“

Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, in der aktuellen Situation wäre 2G auf den Weihnachtsmärkten ein wichtiges Zeichen, dass die größtmögliche Sicherheit für die Besucherinnen und Besucher, sowie die Beschäftigten gewährleistet wird. Die Regel 2G besagt, dass nur Genesene und Geimpfte den Markt betreten dürfen, 2G-Plus ist strenger, dabei besteht für die Genesenen und Geimpften zusätzlich noch eine Testpflicht.

Dabei sei es nicht erforderlich, dass alle Bundesländer unbedingt einheitliche Regeln einführen. „Allerdings wäre es sinnvoll, wenn sich alle auf ein bestimmtes Gerüst einigen könnten, bei welchen Infektionszahlen welche Regeln gelten“, sagte Landsberg. Eine „generelle Maskenpflicht“ brauche es aus der Sicht der Kommunen zwar nicht, aber: „Der Mund- und Nasenschutz sollte dann getragen werden, wenn die Abstände nicht eingehalten werden können oder große Gruppen, auch draußen, zusammenkommen“.

Der Deutsche Schaustellerbund lehnte eine Maskenpflicht auf Weihnachtsmärkten ab. „In Fußgängerzonen in Deutschland herrscht keine Maskenpflicht, deshalb sollte das auf einem Weihnachtsmarkt auch nicht gelten“, sagte Präsident Albert Ritter den Funke-Zeitungen. Grundsätzlich gälten die AHA-Regeln auf den Weihnachtsmärkten; ein Mund- und Nasenschutz müsse von den Besuchern vor allem nicht getragen werden, weil die Märkte draußen stattfinden. „Und das ist ein ganz wichtiger Faktor, damit sind Weihnachtsmärkte nicht mit Indoorveranstaltungen zu vergleichen“, sagte Ritter. Zweifel, ob die Abstandsregeln durch den Konsum von Alkohol auf den Märkten überhaupt einzuhalten seien, wehrt der Präsident des Schaustellerverbands ab: „Weihnachtsmärkte sind nicht der Ballermann auf Mallorca.“ Sie gehörten zur Tradition, „dort geht es um ein gepflegtes Miteinander.“

Falls es wegen der steigenden Inzidenzen doch zu Absagen der Märkte komme, forderte der Schaustellerverband eine Verlängerung der Überbrückungsgelder auch über deren geplantes Ende am 31. Dezember 2021 hinaus. Bei einem erneuten Lockdown würde es Ritter ungerecht finden, ausgerechnet die zu bestrafen, die sich an die Regeln hielten und schlägt vor: „Höchstens könnte man Ungeimpfte von den Weihnachtsmärkten ausschließen.“

Von Christoph Arens (KNA)