DBK bestätigt Anerkennung der KPE

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Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat die Katholische Pfadfinderschaft Europas (KPE) am 9. Dezember 2021 offiziell anerkannt.
Augsburg – Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat die Katholische Pfadfinderschaft Europas (KPE) am 9. Dezember 2021 offiziell anerkannt. Das geht aus Pressemitteilungen der KPE und des Bistums Augsburg hervor. DBK-Sprecher Matthias Kopp bestätigte die Entscheidung am Freitag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Kirchenrechtlich hat die über lange Zeit umstrittene Organisation den Status eines "privaten kanonischen Vereins" erhalten.

–Symbolbild: zapCulture/pixabay

Augsburg – Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat die Katholische Pfadfinderschaft Europas (KPE) am 9. Dezember 2021 offiziell anerkannt. Das geht aus Pressemitteilungen der KPE und des Bistums Augsburg hervor. DBK-Sprecher Matthias Kopp bestätigte die Entscheidung am Freitag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Kirchenrechtlich hat die über lange Zeit umstrittene Organisation den Status eines “privaten kanonischen Vereins” erhalten.

Der Sitz wurde vom hessischen Langen nach Augsburg verlegt. Der dortige Bischof Bertram Meier hat dem zugestimmt. Sein Bistum ist laut Kopp nun für die Aufsicht zuständig. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, habe das Anerkennungsdekret unterzeichnet. Zuvor seien aus keinem Bistum inhaltliche Einwände dagegen erhoben worden.

Geschichte der Vereinigung ist konfliktbehaftet

Die KPE beziffert die Zahl ihrer Mitglieder auf etwa 2.500 in bundesweit 50 aktiven Ortsgruppen “mit deutlichem Schwerpunkt in Süddeutschland”. Dem Dachverband Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), unter dem die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) mit rund 95.000 Mitgliedern angesiedelt ist, will sie sich nicht anschließen. Vielmehr versteht sie sich “neben den etablierten Pfadfinderverbänden im Leben der deutschen Kirche als zusätzliches Angebot an Kinder und Jugendliche”. Dabei strebe man einen gegenseitigen Umgang an, der von Respekt und Wertschätzung geprägt sei, so ein KPE-Sprecher.

Die Geschichte der Vereinigung ist konfliktbehaftet. Sie entstand 1976 als konservative Abspaltung der DPSG. Ihre ersten Mitglieder hielten der DPSG vor, das katholische Glaubensleben zu vernachlässigen. In den meisten deutschen Bistümern gab es lange Widerstand gegen Niederlassungswünsche der KPE. So riet das Münchner Erzbischöfliche Jugendamt 1995 Eltern ausdrücklich davon ab, ihre Kinder in KPE-Gruppen zu schicken. Dort werde “moralischer Rigorismus” praktiziert. 2006 nannte der Eichstätter Theologe Christoph Böttigheimer in einem Fachaufsatz die KPE als Beispiel für religiösen Fundamentalismus christlicher Prägung.

DBK: „Vorbehalte ausgeräumt”

Laut DBK-Sprecher Kopp wurde die nunmehr erfolgte kirchenrechtliche Anerkennung als privater Verein von mehreren untergeordneten Gremien der Bischofskonferenz empfohlen, darunter die Jugendkommission. Der Austausch mit der KPE habe 2012 begonnen. Dabei seien mit Blick auf die Vergangenheit und die Neuausrichtung des Vereins “Vorbehalte ausgeräumt” worden. Bei den Gesprächen unter Beteiligung von BDKJ-Vertretern sei es auch um Themen wie Geschlechtergerechtigkeit, Rollenbilder und Prävention sexualisierter Gewalt gegangen.

Die aktuellen Vorstandsmitglieder der KPE hätten “ein großes Interesse an diesem Austausch und entwickeln den Verband kontinuierlich weiter”, sagte Kopp: “Die Anwendung der Präventionsordnung wird der Verein durch notarielle Beurkundung nachweisen.”

kna