Ernährungsexpertin: Ei hat schlechten Ruf nicht verdient

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“Das Ei ist besser als sein Ruf”, sagte Ernährungswissenschaftlerin Gabriele Kaufmann vom Bundeszentrum für Ernährung.
Ernährungsexpertin: Ei hat schlechten Ruf nicht verdient

Bild von WOKANDAPIX auf Pixabay

“Das Ei ist besser als sein Ruf”, sagte Ernährungswissenschaftlerin Gabriele Kaufmann vom Bundeszentrum für Ernährung der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Donnerstag. Dass Hühnereier sind schlecht für den Cholesterinspiegel – dieser Mythos ist mittlerweile wissenschaftlich widerlegt. Natürlich habe ein Ei einen hohen Cholesterinanteil im Eigelb. Die meisten Menschen könnten jedoch den erhöhten Ostereier-Verzehr in der kurzen Phase der Ostertage gut vertragen.

Jahrzehntelang wurden Menschen mit zu hohem Cholesterinspiegel vor dem Genuss von Eiern gewarnt. Ein hoher Cholesterinspiegel kann dem Bundeszentrum für Ernährung zufolge die Arterienverkalkung fördern, wodurch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle steigen kann.

Neuere Studien zeigten jedoch: “Der Cholesteringehalt in den Eiern hat gar keinen so entscheidenden Einfluss auf den Cholesterinspiegel im Körper”, so Ernährungswissenschaftlerin Kaufmann. Denn: Erhalte der Körper viel Cholesterin von außen, könne er seine eigene Produktion drosseln. Eine Obergrenze für den Verzehr von Eiern könne auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse nicht definitiv abgeleitet werden. Jede Person müsse beobachten, wie sie die Eier vertrage und den eigenen Cholesterinspiegel bei Bedarf am besten ärztlich untersuchen lassen.

Um während der Ostertage auch ein paar mehr Eier als üblich gut verdauen zu können, rät die Ernährungswissenschaftlerin, sie mit Vollkornbrot, Kartoffeln oder Salat zu essen. “Ballaststoffe regen die Verdauung an”, erklärt sie – “die Mischung macht’s dann bekömmlicher.” Hartgekochte Eier sind Kaufmann zufolge schwerer verdaulich als Rührei oder Spiegelei.

Wie zu allen Festen, zu denen die Menschen viel und gesellig essen, empfehle sie, die Bewegung mitzudenken, die den gesamten Stoffwechsel begünstigt. Und auch auf die Uhrzeit komme es manchmal an. “Esse ich morgens ein Ei und bewege mich dann noch, oder abends um 23 Uhr auf der Couch, wenn mich der Heißhunger packt?”

Im Gegensatz zu Schokoeiern sei ein echtes Ei ein guter Nährstoffträger: Neben Cholesterin enthalte es biologisch wertvolles Eiweiß, dass der Körper als fast pures Protein für den Aufbau von Muskulatur und Energiestoffwechsel gebrauchen könne. Auch Mineralstoffe und fettlösliche Vitamine wie Vitamin A und E sind im Ei enthalten. Laut Kaufmann gehört das Ei unter tierischen Lebensmitteln durchaus zu den empfehlenswerten. “Aber auch ein Schokoei darf ich natürlich an Ostern mal genießen – nur nicht zum Sattessen!”

kna