Treffen von Münsters Bischof Genn und Frauen von „Maria 2.0“

Die Initiatorinnen der Frauenprotestaktion „Maria 2.0“ haben sich mit Münsters Bischof Felix Genn zu einem Meinungsaustausch getroffen. Bei dem 90-minütigen Gespräch am Montag „in einer guten und angenehmen Atmosphäre“ seien unterschiedliche Standpunkte und gemeinsame Positionen deutlich geworden, heißt es in einer am Dienstag in Münster veröffentlichten gemeinsamen Erklärung.

(Foto: Bistum Münster)

„Maria 2.0“ setzt sich gegen eine männerdominierte katholische Kirche und für den Zugang von Frauen zu allen Ämtern ein. Bei einer Streikwoche Anfang Mai sollten Frauen eine Woche lang weder eine Kirche betreten noch ehrenamtlich tätig werden. Dem Aufruf von fünf Münsteranerinnen, die sich nun mit Genn trafen, waren katholische Frauen an hunderten Orten Deutschlands gefolgt.

Ihm sei es ein Anliegen gewesen, sich mit den Frauen persönlich zu treffen und ihnen zuzuhören, so Genn. Er teile deren Sorge um die Zukunft eines lebendigen und befreienden Glaubens. Der Bischof wurde nach den Angaben von Münsters Generalvikar Klaus Winterkamp begleitet.

Die Initiatorinnen betonen, dass sich „Maria 2.0“ nicht gegen die Kirche richte. Vielmehr gehe es um einen Neubeginn derselben. Notwendig seien mehr Demokratie, Transparenz und Gerechtigkeit, „um unheilvolle Strukturen aufzubrechen“. In der gemeinsamen Erklärung heißt es weiter, dass Macht, Leitung und Verantwortung in der Kirche neu verteilt werden und mehr Frauen verantwortliche Positionen übernehmen müssten. Das Thema Weiheämter für Frauen spricht die Erklärung nicht an.

Im Mai hatte Genn indirekt die Frauenprotestaktion Maria 2.0 kritisiert. Für ihn gebe es eine Grenze dort, „wo das Heiligste berührt ist, zum Beispiel die Heilige Messe oder die Verzweckung der Gottesmutter Maria“, sagte er seinerzeit in einem Interview. Die Initiatorinnen von „Maria 2.0“ und der Bischof kündigen an, im Gespräch bleiben zu wollen. In diesem Jahr werde es ein weiteres Treffen geben.

kna
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