Bistum schaltet sich nach Eklat um „Maria 2.0“ ein

Wegen der Aktion „Maria 2.0“ ist es in einer fränkischen Kirchengemeinde zu einem Eklat zwischen Reformerinnen und dem Pfarrer gekommen. Der Priester habe einer der Frauen ein Redemanuskript entrissen, sie angeschrien und aufgefordert, zusammen mit ihrer Gruppe den Gottesdienst zu verlassen, berichten Medien.

(Foto: Presse03/GFDL-CC)

Gabi Gressel, die örtliche Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes, sprach am Freitag auf Anfrage von tumultartigen Szenen. Über den Vorfall in der unterfränkischen Pfarrgemeinde Forst bei Schweinfurt hatte zuerst die Würzburger „Main Post“ berichtet. Während einige Kirchenbesucher dann die Kirche verlassen hätten, seien die Frauen vom Katholischen Frauenbund geblieben, schildert das Ehepaar den Vorfall. Der Pfarrer habe daraufhin den Gottesdienst ausfallen lassen.

Vorgeschichte

Der Vorfall am Vorabend des Feiertags Mariä Himmelfahrt habe eine Vorgeschichte, sagte Gressel. Im Mai habe eine Veranstaltung des katholischen Frauenbundes bei einem Teil der Gemeinde und beim Pfarrer für Unmut gesorgt. Der Geistliche habe sich ferner beklagt, dass die Frauen, die für den Kirchenschmuck zuständig seien, Anfang Juli einer Madonnenstatue einen weißen Schal umgelegt und ein Gebet zur bundesweiten Aktion „Maria, schweige nicht“ platziert hätten. Nach Meinung des Pfarrers werde dadurch die Gottesmutter missbraucht.

Pfarrer Andreas Heck erklärte gegenüber der „Main Post“: „Da brauche ich nicht zuhören.“ Er sei empört, „dass die Mutter Gottes zu so einer Sache missbraucht wird“. Welche „Sache“ er meine, erklärte er indes auch auf Nachfrage nicht. Gressel sagte zu dem Vorfall gegenüber dem Bayrischen Rundfunk: „Das müssen wir uns nicht gefallen lassen, das ist nicht im Sinne von Maria 2.0. Ich wollte Stellung beziehen.“

Nach dem Eklat am Mittwoch bemüht sich das Bistum Würzburg um Vermittlung. Generalvikar Thomas Keßler erklärte am Freitag, man bedauere die Vorgänge sehr. „In seiner emotionalen Erregung hat der Pfarrer unglücklich überreagiert“, so Keßler. Im Zusammenhang mit „Maria 2.0“ bleibe es wichtig, dass beide Seiten einander zuhörten und der Gesprächsfaden nicht abreiße. Der Priester in Forst war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

rwm/kna
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