Frauen demonstrieren für mehr Gleichberechtigung in der Kirche

Kölner Dom (Symbolfoto: pixabay)

Am Weltfrauentag haben Anhängerinnen der Aktion Maria 2.0 und katholische Frauenverbände in mehreren Städten bundesweit für eine geschlechtergerechte Kirche demonstriert. Unter anderem forderten sie die Zulassung von Frauen zu allen Weiheämtern und die Aufhebung des Pflichtzölibats.

In Köln kamen rund 700 Menschen – auch Männer – in einem Sternenmarsch zum Roncalliplatz neben dem Dom, wie die Sprecherin des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB), Ute Hücker, sagte. Sie hätten Transparente mit Aufschriften wie „Wir sind die Veränderung“ und „Maria schweige nicht“ dabei gehabt. Auch seien Reden gehalten und Gesänge angestimmt worden.

Weitere Aktionen waren auch in Münster, Xanten, München und Hadamar geplant. Dem Netzwerk „Voices of Faith“ zufolge waren zusätzlich Treffen in Hamburg, Hildesheim und in Stuttgart geplant. Die Demonstrationen zum Weltfrauentag unter dem Motto „Wir sind die Veränderung!“ sollten auch im Ausland, unter anderem in Österreich, Italien, Australien, den Philippinen, Kenia und den USA, stattfinden. Koordiniert wurden sie von den internationalen Netzwerken „Voices of Faith“ und Catholic Women’s Council (CWC), zu dem auch KDFB, kfd und Maria 2.0 zählen.

Diese weltweiten Aktionen gäben Frauen das Gefühl der Solidarität, betonte Hücker. „Wir sind Teil eines großen Ganzen.“ In Fürbitten in Köln habe man mit Blick darauf auch die Rechte von Frauen und Mädchen weltweit, Flüchtlingsfrauen und verfolgte Christen eingeschlossen.

Der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Limburgs Bischof Georg Bätzing, äußerte sich am Weltfrauentag auf WDR5. Er halte eine Sondererlaubnis für den Frauendiakonat für nicht ausgeschlossen. Ein sogenannter Indult könnte als ein Beschluss am Ende des Reformdialogs Synodaler Weg innerhalb der katholischen Kirche stehen.

Ein möglicher Beschluss könnte dann nach Rom „transportiert“ werden. Für einen solchen Schritt brauche es ein „kraftvolles Auftreten“ – auch dadurch, dass Bischöfe und Laien ihr Ansinnen gemeinsam formulierten. Bätzing hatte nach seiner Wahl in dieser Woche gesagt, er sehe die Gleichberechtigung von Frauen in der katholischen Kirche als wichtigste Herausforderung seiner bevorstehenden Amtszeit.

Auch der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick (70) will sich für die Rechte von Frauen und ihre Gleichberechtigung einsetzen. Allerdings wisse er, dass dies einem katholischen Bischof nicht ohne Weiteres abgenommen werde, „wofür ich Verständnis habe“, so Schick auf Facebook. „Ich tue es trotzdem, besonders als Weltkirchenbischof.“

Denn die katholische Kirche, besonders die Frauenorden, täten sehr viel für Mädchen und Frauen in Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa: Sie setzten sich für Bildung, Entwicklung, ihre Rechte und Gleichberechtigung ein. Frauen überall auf der Welt gelte deshalb Wertschätzung und Dank. „In der Kirche muss es ebenfalls Gleichberechtigung geben“, so der Erzbischof, fügte aber hinzu, „auch wenn aus theologischen und traditionellen Gründen die Priesterweihe von Frauen ausgeschlossen ist“.

kna
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