Wegen Corona-Fall sind Kirchen in Bielefeld geschlossen

(Foto: © Bianca Meyering | Dreamstime.com)

Auswirkungen auf kirchliche Veranstaltungen

Wegen des Coronavirus machen Kirchen in Bielefeld zu. Voraussichtlich bis 20. März finden im Pastoralverbund Bielefeld-Ost keine Gottesdienste statt, weil bis zu diesem Zeitpunkt alle Pfarrer der Gemeinde in Quarantäne bleiben müssen, wie der Verbund der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Montag erklärte. Bis einschließlich Freitag seien alle sieben Kirchen geschlossen. Neuigkeiten würden laufend online veröffentlicht. Die Maßnahme gelte bereits seit Samstagabend.

Der Pastoralverbund Bielefeld-Ost ist wohl die erste katholische Gemeinde in Deutschland, die alle Gottesdienste wegen des Coronavirus absagen muss. Ein Mitglied des Pastoralteams habe sich mit dem Virus angesteckt, so Pfarrer Bernhard Brackhane auf der Gemeinde-Homepage. Am Samstag hatte die Stadt die ersten Corona-Fälle in Bielefeld bestätigt. Ein 53-Jähriger und eine 47-Jährige seien positiv getestet worden, hieß es. Die beiden hätten sich während einer Israel-Reise angesteckt und befänden sich nun in häuslicher Quarantäne. Da der Gemeindemitarbeiter Kontakt mit allen Pfarrern hatte, müssten diese ebenfalls zuhause bleiben, wie es weiter hieß.

Im Kreis Heinsberg keine evangelischen Gottesdienste

Im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg hätten bislang nur vereinzelt katholische Gottesdienste nicht stattgefunden, wie das Bistum Aachen der KNA mitteilte. In der Region leben deutschlandweit die meisten Corona-Infizierten. Die evangelische Gemeinde in Heinsberg hingegen orientiere sich daran, wie Schulen und anderen öffentliche Einrichtungen mit Corona umgingen, sagte Pfarrer Sebastian Walde. Etwa seit Anfang März fielen daher alle Gottesdienste aus.

Bundesweit wurden unterdessen einige kirchliche Großveranstaltungen abgesagt. Dazu gehörte die Eröffnung zur bundesweiten „Woche der Brüderlichkeit“ der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit am Sonntag, die mit mehr als 1.000 Teilnehmern in Dresden stattfinden sollte.

DBK: Kontakt zu anderen beim Beten und beim Friedensgruß vermeiden

Die Deutsche Bischofskonferenz ‚(DBK) empfiehlt Gottesdienstbesuchern, direkten Kontakt zu anderen beim Beten und beim Friedensgruß zu vermeiden. Zudem sollen Kommunionausteiler die Hostie in die Hand der Gläubigen geben und nicht in den Mund legen. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) rief zu Vorsorge und Aufklärung auch in Moscheegemeinden auf. Großveranstaltungen „ohne gottesdienstlichen Hintergrund“ sollten vermieden, auf Umarmungen und Händeschütteln verzichtet werden.

Die Epidemie hatte bisher weitreichende Auswirkungen auf das religiöse Leben in Italien und auf das Heilige Land. Zum ersten Mal in der Geschichte werden in ganz Italien die öffentlichen Gottesdienstfeiern ausgesetzt. Bisher galt dies nur für besonders stark gefährdete Gebiete in Norditalien. Papst Franziskus feierte am Montagmorgen die Frühmesse im vatikanischen Gästehaus Santa Marta erstmals ohne weitere Teilnehmer. Stattdessen wurde der Gottesdienst per Livestream übertragen.

Menschen in Israel in Quarantäne

In Israel müssen sich Menschen, die in den vergangenen 14 Tagen die Region um die palästinensische Stadt Bethlehem besucht haben, in Quarantäne begeben.

kna

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