ZdK-Präsident Sternberg: Habe Mitleid mit Kardinal Müller

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) hat laut eigenem Bekunden „Mitleid“ mit Kardinal Gerhard Ludwig Müller. „Was in aller Welt bringt einen Menschen, der doch mal ein durchaus angesehener Professor in München war und ein wichtiger Bischof für Regensburg, ein bedeutender Kirchenmann, dazu, auf seine alten Tage seinen gesamten Ruf zu ruinieren, indem er so etwas unterschreibt?“, so Thomas Sternberg am Montag in einem Interview auf domradio.de.

Thomas Sternberg (Foto: © Synodaler Weg/Malzkorn)

Müller gehört zu den Unterzeichnern eines Papiers, dass vor angeblichen Folgen der Corona-Pandemie warnt. Demnach dient die Krankheit als Vorwand, eine Weltregierung zu schaffen, „die sich jeder Kontrolle entzieht“. So ernst der Kampf gegen Covid-19 sein möge, dürfe er nicht „als Vorwand zur Unterstützung unklarer Absichten supranationaler Einheiten dienen, die sehr starke politische und wirtschaftliche Interessen verfolgen“.

Scharfe Kritik an dem Papier geäußert

Als Initiator der Erklärung gilt der italienische Erzbischof Carlo Maria Vigano; neben Müller gehört Kardinal Joseph Zen Ze-kiun aus Hongkong zu den prominenten Unterzeichnern. Alle drei haben kein kirchliches Amt mehr inne. Mehrere deutsche Bischöfe hatten teils scharfe Kritik an dem Papier geäußert. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, erklärte, man kommentiere grundsätzlich keine Aufrufe einzelner Bischöfe außerhalb Deutschlands: Allerdings unterscheide sich die Bewertung der Corona-Pandemie durch die Deutsche Bischofskonferenz „grundlegend“ von dem Aufruf.

In dem Papier sei die Rede von einer „verabscheuungswürdigen technokratischen Tyrannei“ und einem Plan, „mit dem die Mächtigen der Welt uns beugen wollen“, sagte Sternberg.'“Sind plötzlich die ganzen Herren, Putin, Trump, der chinesische Präsident, die europäischen Mächte, sind die alle eine einzige verschworene Truppe? Das wäre mir völlig neu“, so der ZdK-Präsident.

Sternberg: Gläubigee Mensch brauchen keine Verschwörungstheorien

„Ich glaube nicht, dass ein Christ, eine Christin, ein gläubiger Mensch solche Fantasien, solche Verschwörungstheorien braucht, weil er weiß, dass das Handeln Gottes ja letztlich immer unerforschlich ist und dass wir vor Unerklärbarem stehen.“ Er habe stattdessen die Hoffnung, das man auf die Pandemie angemessen reagiere, betonte Sternberg. – Das ZdK ist das höchste repräsentative Gremium der katholischen Laien in Deutschland.

kna
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