Kirche beurlaubt wegen Volksverhetzung angeklagten Pastor Latzel

Der wegen Volksverhetzung angeklagte Bremer Pastor Olaf Latzel wird sein Amt in den kommenden Wochen zunächst nicht weiter ausüben. Vertreter der Kirchenleitung und Latzel selbst haben sich auf eine Beurlaubung vom 9. Juli an bis zum 24. August geeinigt, wie die Bremische Evangelische Kirche (BEK) am Freitag mitteilte. Mitte August soll es ein erneutes Dienstgespräch mit dem Pastor der Innenstadtgemeinde Sankt Martini geben. Bis dahin seien „alle denkbaren dienstrechtlichen Maßnahmen“ ausgesetzt, hieß es.

Justizia

Bild von Sang Hyun Cho auf Pixabay

„Der Tatvorwurf und die Klage sind schwerwiegend“, sagte Schriftführer Bernd Kuschnerus zur Begründung. Pastoren hätten eine Vorbildfunktion und Vertrauensposition. „Sie haben sich an geltendes Gesetz zu halten. Dass Äußerungen eines Pastors Anlass zu einer Anklage wegen Volksverhetzung gegeben haben, erschüttert mich zutiefst.“

Amtsgericht entscheidet über Eröffnung eines Hauptverfahrens

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Latzel erhoben hat. Das Amtsgericht Bremen entscheidet nun über die Eröffnung eines Hauptverfahrens. Der Seelsorger war durch beleidigende Äußerungen gegenüber Homosexuellen aufgefallen. So hatte er bei einem auch auf Youtube veröffentlichten Eheseminar über Homosexualität gesprochen und unter anderem gesagt: „Überall laufen diese Verbrecher rum vom Christopher Street Day.“ Später entschuldigte er sich für die Worte und führte an, er habe nichts gegen Homosexuelle. Darüber hinaus sorgte er mit beleidigenden Äußerungen auch gegenüber dem Islam und der katholischen Kirche für Aufsehen.

Die BEK hatte sich bereits mehrfach von den Aussagen Latzels distanziert. Ein bereits am 14. Mai eröffnetes und für die Dauer des Strafverfahrens ausgesetztes kirchliches Disziplinarverfahren gegen den Pastor bleibe bestehen, so die Kirche.

kna
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