Sternberg kritisiert Erzbistum Köln

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Thomas Sternberg kritisiert die Aufarbeitung von Missbrauch im Erzbistum Köln.
Bonn – Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Thomas Sternberg kritisiert die Aufarbeitung von Missbrauch im Erzbistum Köln. Durch "grobe Fehler" würden auch all diejenigen Bistümer zurückgeworfen, "die dieses Thema mit größerer Konsequenz angehen", sagte Sternberg in einem Gespräch mit dem Bonner "General-Anzeiger" (Mittwoch).

Thomas Sternberg (Foto: © Synodaler Weg/Malzkorn)

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Thomas Sternberg kritisiert die Aufarbeitung von Missbrauch im Erzbistum Köln. Durch „grobe Fehler“ würden auch all diejenigen Bistümer zurückgeworfen, „die dieses Thema mit größerer Konsequenz angehen“, sagte Sternberg in einem Gespräch mit dem Bonner „General-Anzeiger“ (Mittwoch).

Sternberg fordert Transparenz

„Der einzig mögliche Weg in so einem Desaster ist absolute und völlige Transparenz“, so Sternberg. „Am besten geht man mit allem ganz offen um und lässt überall völlige Einsicht zu.“ Der ZdK-Präsident zeigte sich zuversichtlich, dass die Lage sich klären werde, sobald alles transparent und offen auf dem Tisch liege. „Wenn sich dann herausstellen sollte, dass massive Fehler gemacht worden sind, müssen die Übernahme persönlicher Verantwortung und auch ein Rücktritt eine mögliche Konsequenz sein, so wie das Kardinal Woelki selbst einmal formuliert hat.“ Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken ist das höchste repräsentative Gremium katholischer Laien in Deutschland.

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki steht unter Druck, da er ein Gutachten zum Umgang der Bistumsleitung mit Missbrauchsfällen nicht wie zunächst vorgesehen veröffentlichen lässt. Das Papier habe „methodische Mängel“, heißt es zur Begründung. Das Erzbistum hat eine neue Untersuchung bei einem Strafrechtler in Auftrag gegeben, das bis zum 18. März vorliegen soll. Zudem wird Woelki vorgeworfen, selbst an Vertuschung beteiligt gewesen zu sein. Er soll einen Missbrauchsfall aus den 1970er-Jahren, von dem er 2015 erfahren hatte, pflichtwidrig nicht an den Vatikan gemeldet haben. Der Kardinal hat den Papst gebeten, diese Vorwürfe gegen ihn zu prüfen.

kna

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