Lücking-Michel: Synodaler Weg des Papstes stärkt Reformprozess

Die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Claudia Lücking-Michel, sieht in dem von Papst Franziskus ausgerufenen synodalen Weg für die Weltkirche eine Stärkung des in Deutschland laufenden Reformprozesses Synodaler Weg.
Bonn – Die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Claudia Lücking-Michel, sieht in dem von Papst Franziskus ausgerufenen synodalen Weg für die Weltkirche eine Stärkung des in Deutschland laufenden Reformprozesses Synodaler Weg. "Wahrscheinlich gibt es sehr unterschiedliche Vorstellungen über Inhalt und Ablauf, aber dass nun auch die Weltkirche einen solchen Weg einschlagen soll, zeigt ja, dass etwas in Bewegung gekommen ist", sagte sie am Donnerstag in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn. Schon dass der Papst den Begriff des synodalen Wegs übernommen habe, unterstreiche dies.

Dr. Claudia Lücking-Michel (Foto: SMMP/Ulrich Bock)

Die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Claudia Lücking-Michel, sieht in dem von Papst Franziskus ausgerufenen synodalen Weg für die Weltkirche eine Stärkung des in Deutschland laufenden Reformprozesses Synodaler Weg. „Wahrscheinlich gibt es sehr unterschiedliche Vorstellungen über Inhalt und Ablauf, aber dass nun auch die Weltkirche einen solchen Weg einschlagen soll, zeigt ja, dass etwas in Bewegung gekommen ist“, sagte sie am Donnerstag in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn. Schon dass der Papst den Begriff des synodalen Wegs übernommen habe, unterstreiche dies.

Deutschland nicht als Vorreiter für den weltweiten synodalen Weg

Lücking-Michel betonte, sie sehe Deutschland nicht als Vorreiter für den weltweiten synodalen Weg. „Diese Rolle wäre nicht angemessen und würde uns auch nicht gut bekommen“, sagte sie. Es gebe in mehreren Ländern inzwischen eine Vielfalt von synodalen Prozessen. Die deutschen Katholiken sollten ihren eigenen Reformdialog voranbringen. „Wir sollten natürlich schauen, wie wir dies mit den römischen Plänen verzahnen.“ Wichtig sei, dass die Bischöfe sich auch selbst an die Synodal-Beschlüsse bänden. „Und dass die Themen, die die Weltkirche betreffen, auch wirklich in Rom eingebracht werden.“

Lücking-Michel begrüßte, dass Papst Franziskus das Rücktrittsangebot des Münchner Kardinals Reinhard Marx abgelehnt habe. Marx sei einer der „Architekten“ des Synodalen Wegs in Deutschland. „Von daher hoffe ich, dass er uns als starke Stimme erhalten bleibt und der Papst den Synodalen Weg damit stützen will.“

Mehr Fragen als Antworten

Die Theologin räumte zugleich ein, dass das Schreiben von Papst Franziskus bei ihr mehr Fragen als Antworten zurücklasse. Sie finde es sehr wichtig, dass Marx in seinem Rücktrittsgesuch neben der persönlichen auch die institutionelle Verantwortung hervorgehoben habe, die ein Bischof für die Kirche trägt. „Papst Franziskus spricht in seiner sehr spirituellen Antwort vom Martyrium, das Marx mit seinem Rücktrittsgesuch in Kauf genommen habe. Von der institutionellen Verantwortung der Bischöfe bleibt im Papstbrief nicht viel übrig.“

Papst Franziskus hatte im Mai einen weltweiten synodalen Weg angekündigt. Zwei Jahre lang soll damit die nächste Vollversammlung der Bischofssynode in Rom vorbereitet werden. In Deutschland hatten die katholischen Bischöfe und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) Ende 2019 einen Synodalen Weg begonnen. Ausgangspunkt ist eine jahrelangen Kirchenkrise, die der Missbrauchs-Skandal verschärft hat.

kna
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