Bericht: Rettungskräfte mit rechtsextremem Verhalten

Einige Mitarbeiter von Rettungsdiensten in Nordrhein-Westfalen sind laut einem Bericht der Tageszeitung „taz“ durch rechtsextreme und flüchtlingsfeindliche Verhaltensweisen aufgefallen.
Berlin/Köln – Einige Mitarbeiter von Rettungsdiensten in Nordrhein-Westfalen sind laut einem Bericht der Tageszeitung "taz" durch rechtsextreme und flüchtlingsfeindliche Verhaltensweisen aufgefallen. So seien etwa bei den Johannitern in Köln die Geburtstage von Adolf Hitler und anderen Nazi-Größen in einen Wandkalender eingetragen und ein rassistisches Spiel gespielt worden. Rettungskräfte seien dort auch als Reichsbürger und mit einer Nähe zur rechtsextremen Identitären Bewegung aufgefallen.

–Smbolfoto: pixabay/rwm

Einige Mitarbeiter von Rettungsdiensten in Nordrhein-Westfalen sind laut einem Bericht der Tageszeitung „taz“ durch rechtsextreme und flüchtlingsfeindliche Verhaltensweisen aufgefallen. So seien etwa bei den Johannitern in Köln die Geburtstage von Adolf Hitler und anderen Nazi-Größen in einen Wandkalender eingetragen und ein rassistisches Spiel gespielt worden. Rettungskräfte seien dort auch als Reichsbürger und mit einer Nähe zur rechtsextremen Identitären Bewegung aufgefallen.

Weiter berichtet die Zeitung, auf einer Rettungswache der Malteser in NRW habe ein Mitarbeiter vor einem Einsatz geäußert, dass er lieber das Flüchtlingsheim anzünden wolle, als den Geflüchteten zu helfen. Auf dieser Wache hätten Mitarbeitende in einer großen WhatsApp-Chatgruppe rassistische und sexistische Inhalte ausgetauscht.

Zudem hätten Mitarbeiter von beiden Rettungswachen der „taz“ von Fällen berichtet, in denen aus rassistischen Gründen Patientinnen und Patienten schlechter behandelt worden seien als andere. Schmerzhafte Beschwerden von Menschen mit nicht-weißer Hautfarbe oder einem vermeintlich ausländischen Namen seien mitunter nicht ernstgenommen worden. Mit Begriffen wie „Morbus Bosporus“ und „Morbus Mediterraneus“ stellten Rettungskräfte demnach Scheindiagnosen bei Menschen mit Migrationshintergrund aus.

Eine Sprecherin der Johanniter räumte laut „taz“ Probleme in dem genannten Fall ein: „Aus heutiger Sicht müssen wir konstatieren, dass es im Sommer 2020 erkennbar Fehlentwicklungen und Fehlverhalten in der Rettungswache gegeben hat.“ Sie kündigte eine „engagierte Untersuchung“ an; man werde sich auch „intensiv Präventionsmaßnahmen widmen“.

Der Landesverband der Malteser in NRW teilte mit, dass man den Vorwürfen „unverzüglich“ nachgehe. „Wir verurteilen so ein menschenverachtendes Verhalten, generell und insbesondere in unseren eigenen Reihen“, sagte der Leiter der Presse und Kommunikation in NRW, Kai Vogelmann, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Man wisse aber noch nicht, um welche Fälle es sich handele. Sollte der Bericht stimmen, wäre das „unverzeihlich und ärgerlich“.

Vogelmann wandte sich zugleich gegen den Tenor des Berichts, der Hilfsorganisationen und Rettungsdiensten generell ein Problem mit Rassismus und Rechtsextremismus unterstelle. Es gebe bei den Maltesern eine Präventionsordnung, die Mobbing, sexualisierte Gewalt und Rassismus ahnde. Bislang gebe es aber keine arbeitsrechtlichen Anzeichen oder Hinweise für gravierende Probleme. „Wir stolpern nicht blind durch einen Rechtsextremismus-Nebel“, sagte Vogelmann.

Die Rettungskräfte, die bei den Johannitern in Köln in Zusammenhang mit den rechtsextremen und rassistischen Vorfällen aufgefallen seien, arbeiten laut Bericht zumindest teilweise immer noch für die Johanniter Unfallhilfe. Dem Mitarbeiter dagegen, der 2020 die Vorfälle intern weitgehend erfolglos angesprochen habe, wurde laut Zeitungsbericht gekündigt.

kna

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