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Gottesdienste: Bischof Genn begrüßt Eckpunkte

„Weiter auf Abstand bleiben“

Der Münsteraner Bischof Felix Genn hat die neuen Eckpunkte für öffentliche Gottesdienste in NRW begrüßt. Zugleich rief er die Gläubigen auf, sich an die mit der Landesregierung vereinbarten Vorgaben zu halten. „Vor allem müssen wir weiter achtsam sein und auf Abstand bleiben, damit niemand sich in den Gottesdiensten mit dem Virus ansteckt“, erklärte Genn am Wochenende in Münster mit Blick auf die Corona-Krise. Der Schutz der Gesundheit müsse weiterhin höchste Priorität haben.

Bischof Felix Genn (Foto: pbm)

Der Bischof äußerte sich erfreut, „dass wir unter bestimmten Rahmenbedingungen ab dem 1. Mai wieder Gottesdienste unter Beteiligung von Gläubigen feiern können“. Er fügte hinzu: „Denn letztlich lebt und braucht der Glaube die Gemeinschaft.“ Er freue sich dabei auch für die vielen Gläubigen, die ihm in den vergangenen Wochen geschildert hätten, wie schwer es ihnen falle, die Kommunion nicht empfangen zu können. In den katholischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen können ab 1. Mai unter Auflagen wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert werden. Landesregierung und die fünf Bistümer haben sich in der vergangenen Woche auf Eckpunkte verständigt, die jedes Bistum für sich konkretisiert.

Laschet: Geschlossene Kirchen in Corona-Krise „schmerzhaft“

Um die Ausbreitung von Corona einzudämmen, hatten die Kirchen sowie jüdische und muslimische Gemeinden in NRW religiöse Zusammenkünfte untersagt. Die Landesregierung hatte Gottesdienste nicht verboten, sondern sich auf die Zusagen der Gemeinschaften verlassen. Weiter erklärte Genn, er sei zuversichtlich, dass sich alle an den Gottesdiensten Beteiligten „sehr verantwortlich verhalten werden“. Er dankte den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern, die mit großem Engagement von der Pandemie besonders betroffenen Menschen geholfen hätten. „Diesen Einsatz und diese Kreativität brauchen wir weiterhin, denn die Corona-Krise ist noch keineswegs vorbei“, unterstrich der Bischof von Münster.

Als „sehr schmerzhaft“ empfindet NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) nach eigene Worten wegen der Corona-Krise geschlossene Kirchen. „Mir, wie vielen anderen Menschen, fehlt der Gottesdienst, die Gemeinschaft im Glauben“, sagte Laschet am Samstag der „Welt“. Er sei froh, „dass ab Mai unter strengen Schutzvorschriften das gemeinschaftliche religiöse Leben wiederentsteht“. Wenn sich Gläubige nicht zu Gottesdiensten treffen dürften, sei dies eine massive Einschränkung der Grundrechte, so der CDU-Politiker, der bis 2016 dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken angehörte.

„Große Verantwortung, immer ethische Dilemmata im Regierungshandeln abzuwägen“

In der Corona-Krise gilt Laschet als Verfechter möglichst weitreichender Lockerungen. Er bezeichnete es als „große Verantwortung, immer ethische Dilemmata im Regierungshandeln abzuwägen“. Der Rat mancher Fachleute ändere sich wöchentlich. Der Regierungschef des bevölkerungsreichsten Bundeslandes fügte hinzu: „Krisenentscheidungen unter Unsicherheitsbedingungen sind immer eine Herausforderung.“ Er erlebe derzeit „so viel Zuspruch und Ermutigung wie noch nie in meinem politischen Leben“, sagte Laschet, der für den CDU-Vorsitz kandidiert.

In den katholischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen können ab 1. Mai unter Auflagen wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert werden. Landesregierung und die fünf Bistümer haben sich auf Eckpunkte verständigt, die jedes Bistum für sich konkretisiert. Die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) will die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder abwarten, bevor sie Empfehlungen macht. Die Evangelische Kirche in Westfalen lässt ihre Gemeinden selbst entscheiden, ob sie ab dem 3. Mai verantwortlich zum Gottesdienst einladen, hieß es.

Um die Ausbreitung von Corona einzudämmen, hatten die Kirchen sowie jüdische und muslimische Gemeinden in NRW religiöse Zusammenkünfte untersagt. Die Landesregierung hatte Gottesdienste nicht verboten, sondern sich auf die Zusagen der Gemeinschaften verlassen.

kna
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