Rörig fordert mehr Schutz für Kinder

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hat nach dem Auftakt des Kölner Missbrauchsprozesses deutlich mehr Engagement der Politik zum Schutz von Kindern und Jugendlichen gefordert. „Wir müssen in Deutschland den Kampf gegen sexuelle Gewalt noch viel konsequenter führen als bisher“, sagte Rörig am Montagabend der Deutschen Welle. Die Politik müsse „endlich einsehen“, dass dieser Kampf eine Daueraufgabe sei.

Johannes-Wilhelm Rörig (Foto: Christine Fenzl / www.christinefenzl.com)

Die bestehenden Handlungsoptionen zum konsequenten Schutz von Jungen und Mädchen vor sexueller Gewalt würden „tatsächlich noch nicht vollständig ausgeschöpft“, kritisierte Rörig. Die Parteien genau wie die Bundesregierung und die Bundesländer stünden in der Pflicht, alles „nur Mögliche für Prävention und beste Intervention“ zu unternehmen. Unter anderem plädierte er für mehr Ermittlerinnen und Ermittler, wirkungsvollere Ermittlungsinstrumente und mehr Missbrauchsbeauftragte auf Ebene der Bundesländer.

Tochter ab ihrem dritten Lebensmonat sexuell missbraucht

Vor dem Landgericht Köln hatte am Montag der Missbrauchsprozess gegen einen Mann aus Bergisch Gladbach begonnen, dessen mutmaßliche Taten die Ermittler zu einem weit verzweigten Netzwerk von Pädokriminellen führten. Der 43-Jährige soll, so die Staatsanwaltschaft, seine eigene 2017 geborene Tochter ab ihrem dritten Lebensmonat sexuell missbraucht und Bilder davon im Internet verbreitet haben.

Rörig sagte, ihn hätte das Ausmaß des Bergisch Gladbacher Falles nicht überrascht. Schon die Aufdeckung der Kinderpornoplattform „Elysium“ 2017 habe gezeigt, dass sexuelle Gewalt gegen Minderjährige in Deutschland, Europa und weltweit „ein pandemisches Ausmaß“ habe.

kna
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